3. September 2010 10:49; Akt.: 3.09.2010 10:49

Lehrermangel macht sich in Vorarlberg langsam bemerkbar

LR Stemer: "Nicht wegzudiskutieren" - 554 Schüler weniger wegen demografischer Entwicklung LR Stemer: "Nicht wegzudiskutieren" - 554 Schüler weniger wegen demografischer Entwicklung - © Bilderbox
In Vorarlberg wird der prognostizierte Lehrermangel langsam spürbar. In den Pflichtschulen sind zehn Tage vor Schulbeginn zehn Planstellen im Volksschul- und weitere zehn im Hauptschulbereich nicht besetzt.

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In den Hauptschulen behelfe man sich mit Überstunden, für die Volksschulen habe man Kontakte in die anderen Bundesländer und nach Deutschland aufgenommen, erklärten Schul-Landesrat Siegi Stemer (V), Landesschulrats-Direktorin Evelyn Marte-Stefani und Schulabteilungsvorstand Andreas Meusburger am Freitag bei der traditionellen Pressekonferenz zum Schulanfang.

1.797 Lehrpersonen werden im kommenden Schuljahr in Vorarlberg an weiterführenden Schulen unterrichten, das sind um 15 mehr als 2009/10. Man habe alle Bewerber sofort beschäftigen können, so Marte-Stefani. Mehr Lehrer würden in den Fächern Mathematik, Physik, Chemie und in technischen Fächern benötigt, erhöhten Bedarf gebe es auch für Deutsch und Englisch. Unterricht entfalle deswegen nicht, dennoch: “Der Lehrermangel ist nicht wegzudiskutieren”, so Stemer. Vergangenes Jahr habe es noch Wartelisten gegeben, man sehe eine “massive Entwicklung”.

An den Pflichtschulen werden voraussichtlich 4.117 Lehrer, um 20 weniger als im Vorjahr, unterrichten. Laut Meusburger wurden alle Abgänger der Pädagogischen Hochschulen eingestellt, es gebe jedoch nicht ausreichend Absolventen, um alle Planstellen zu besetzen. Aber auch für die Volksschulen, wo es wegen des Klassenlehrersystems mit Überstunden nicht getan ist, sei man zuversichtlich, bis zum Schulstart allen Klassen einen Lehrer zuteilen zu können. Trotz intensiver Werbung von Schweizer Kantonen sei übrigens eine Abwanderung von Vorarlberger Pädagogen “momentan nicht spürbar”, so Stemer.

Insgesamt werden im kommenden Schuljahr in Vorarlberg ohne die rund 7.300 Berufsschüler 48.376 (2009/10: 48.930) Kinder und Jugendliche die Schulbank drücken. Ursache für den Rückgang um 554 Schüler sei die demografische Entwicklung, so Stemer. 4.719 Kinder werden als Tafelklassler erstmals zur Schule gehen (2009/10: 4.700). An den 280 Schulen wird es heuer voraussichtlich 2.450 Klassen geben, 1.781 im Pflichtschulbereich (minus vier) und 669 an den weiterführenden Schulen (plus elf).

Einen Schwerpunkt wollen die Verantwortlichen im neuen Schuljahr auf den verbesserten Übergang vom Kindergarten zur Volksschule und von der Volksschule in die Sekundarstufe legen. Weiter ausgebaut werden sollen frühkindliche Sprachförderung, Ganztagesbetreuungsmodelle, neue Lernkonzepte, Elternbildung und Schulsozialarbeit.

An den 51 Vorarlberger Neuen Mittelschulen (NMS) stehe heuer der Start der zweiten lebenden Fremdsprache bzw. des naturwissenschaftlichen Schwerpunkts im Zentrum. So werden rund 30 AHS-Professoren an den Mittelschulen tätig sein (2009/10: 20), zudem soll die Verschränkung der Partnerschulen über gemeinsame Projekte und weiteren Austausch verstärkt werden.


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