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Lehrer aus Leidenschaft

Technisches Werken – für Christoph Kessler Hobby und Beruf zugleich. Technisches Werken – für Christoph Kessler Hobby und Beruf zugleich. - © VOL.AT/Bernd Hofmeister

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Feldkirch, Rankweil – Authentizität. „Das ist die wichtigste Eigenschaft, die ein Lehrer haben muss“, sagt Christoph Kessler. Denn: „Theater spielen hilft nichts, Kindern kann man nichts vormachen. Wer Kindern etwas beibringen will, muss belastbar sein und seine Arbeit mögen. Durch schreien lässt sich nichts erreichen. Nur wer sich so gibt, wie er ist, wird von ihnen akzeptiert und respektiert.“

Spaß ist Pflicht

Der Mann muss es wissen – schließlich ist er seit 31 Jahren leidenschaftlicher Lehrer. Er unterrichtet an der Praxismittelschule in Feldkirch 10- bis 14-Jährige in Englisch, Technischem Werken, Religion und Erste Hilfe. Seine jahrelange Erfahrung gibt der Vater von drei Kindern in der Pädagogischen Hochschule an angehende Volksschul- und Mittelschullehrer weiter. Der praktische Bezug ist dem 52-Jährigen besonders wichtig: „Die Studierenden an der PH sind hauptsächlich Frauen. Ich bringe ihnen einfache Handwerkergriffe bei – Sägen, Bohren, Hämmern. Am Ende sollen sie Werkstücke herstellen, die sie auch im Unterricht verwenden können. Theoretische Dinge wie Materialkunde lernen sie so ganz nebenbei.“ Als Ausbilder gehe es ihm nicht nur darum, seinen Schützlingen zu einem Abschluss zu verhelfen. „Das Programm an der PH können auch Leute bestehen, die nicht mit Kindern umgehen können. Ein klärendes Gespräch hilft da oft weiter.“ Ein Lehrer müsse damit klarkommen, dass er oft erst spät eine Antwort darauf erhalte, ob er seinen Job nun gut oder schlecht gemacht hat. „Für mich ist es das Schönste, wenn mir ein ehemaliger Schüler nach Jahren über den Weg läuft und erzählt, wo er Karriere gemacht hat. Umgekehrt ist es sehr schlimm, wenn ich höre, dass ein Mensch am Leben gescheitert ist.“

Guter Draht zu Jugendlichen

Christoph Kessler wuchs bei seiner Mutter in Hirschegg auf. „Die Familie hielt sich mit der Vermietung von Fremdenzimmern über Wasser. Mein Vater ist früh gestorben. Im Dorf gab es nur zwei Berufsoptionen – entweder man wurde Bauer oder Hotelier. Meine Mutter war keines von beidem. Nach der Volksschule entschied ich mich, nach Bregenz zu gehen – das war damals eine ‚Weltstadt‘ für mich.“ Im Internat Mehrerau trat er in die Katholische Jugend ein und wurde schließlich Gruppenleiter. „Ich habe gemerkt, dass ich zu Kindern und Jugendlichen einen guten Draht habe. Damals entschloss ich mich, Lehrer zu werden. Nach sechs Semestern an der PÄDAK Feldkirch begann er 1981 in Frastanz als Hauptschullehrer. „Ich habe dort 17 tolle Jahre erlebt. Trotzdem hatte ich am Ende fast ein Burn-out, weil ich mich so stark engagiert hatte.“

Perspektivenwechsel

Ein Berufswechsel kam allerdings nicht infrage. Stillstand noch viel weniger. Seine selbstverschriebene Therapie: Der Wechsel an die Praxisschule in Feldkirch und ein Studium: „Ich wollte meine Perspektiven für den Lehrerberuf erweitern. Als Lehrer gibt es so gut wie keine Aufstiegsmöglichkeiten – entweder du wirst Rektor oder Inspektor.“ Er wollte lieber junge Lehrer ausbilden, also studierte er erst Soziale Verhaltenswissenschaft und promovierte anschließend in Rehabilitationswissenschaft. Den Ausgleich zu seiner Lehrertätigkeit findet Kessler zum einen in der Mitarbeit in der Pfarre Brederis, zum anderen beim Segelfliegen. „Segelfliegen ist eine Therapie. Alle Probleme sind für einen Moment vergessen. Es gibt nur dich und die Schöpfung.“ Authentisch eben.

Zur Person: Dr. Christoph Kessler

Geboren: 26.4.1959

Wohnort: Rankweil-Brederis

Beruf: Lehrer an der Praxismittelschule Feldkirch, Ausbilder an der Pädagogischen Hochschule Feldkirch

Familie: verheiratet, drei Töchter

Hobbys: Segelfliegen, Heimwerken

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