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Kunstfreund und visionärer Unternehmer

Das Vorarlberger Wirtschaftsforum war gestern wieder Schauplatz für eine besondere Auszeichnung.

Die Industriellenvereinigung Vorarlberg, die Wirtschaftskammer Vorarlberg und die Vorarlberger Nachrichten haben den „Ehrenpreis der Vorarlberger Wirtschaft für das unternehmerische Lebenswerk“ an den Aufsichtsratsvorsitzenden, Hauptaktionär und langjährigen Geschäftsführer des Dornbirner Hightechunternehmens Zumtobel Group, Jürg Zumtobel überreicht.

Engagement, Fleiß und Gespür
VN-Herausgeber Eugen A. Russ erläuterte in seiner Laudatio auf den Dornbirner Industriellen die Intention des vor vier Jahren erstmals vergebenen Preises. „Wenigen Menschen in der Wirtschaft gelingt es, in ihrer Schaffens¬phase ein Unternehmen, wie es die Zumtobel Group ist, nicht nur zu führen, sondern entscheidend weiterzuentwickeln. Mit Mut, Engagement, Fleiß und Gespür für Kunden und Mitarbeiter können Unternehmen wachsen, die Arbeitsplätze und Wohlstand sichern. Solche Ausnahmepersönlichkeiten machen Mut, sie sind interessant und man kann von ihnen lernen.“ Bei den Kriterien wird auf den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg, die vorbildliche Unternehmenskultur, die Treue zum Standort Vorarlberg und die Einzigartigkeit des Lebenswerks der geehrten Person Bedacht genommen. Die Wahl fiel heuer auf Jürg Zumtobel. Sein Lebenswerk ist beeindruckend, „sein unternehmerisches Geschick und Gespür für Veränderungen und die damit verbundene Umsetzungskraft schufen die Grundlage für den Leuchtenkonzern, der heute weltweit über 6600 Mitarbeiter beschäftigt“, zählte Russ nur einige Eckdaten aus dem Leben Zumtobels auf, bevor es hieß „Film ab“. Marion Flatz vom ORF Vorarlberg hat zu diesem Anlass ein filmisches Porträt des Geehrten produziert, in dem Wegbegleiter zu Wort kommen und der Porträtierte auch in historischen Aufnahmen zu sehen ist.

Große Herausforderungen
Von den über 500 Gästen des Vorarlberger Wirtschaftsforums wurde die Auszeichnung von Jürg Zumtobel heftig beklatscht. Im Interview mit Moderatorin Angelika Böhler erzählte der Dornbirner Kosmopolit über seine Einstellung zur Arbeit, entscheidende Momente im Berufsleben, über Rückschläge und schwierige Situationen, etwa die Integration des Zukaufs Thorn, und Erfolge für ihn persönlich und das Unternehmen. Zumtobel war sprachlos:

Als Vorarlberg noch Textilland war, gab es ein Industrieunternehmen, das etwas ganz anderes machte: 1950 gründete Walter Zumtobel die Elektrogeräte und Kunstharzpresswerk W. Zumtobel GmbH und war damit zwar zuerst ein Exot unter den Industrieunternehmen, aber, wie sich herausstellte, dem Strukturwandel im Land damit um Jahrzehnte voraus. Mit der Markteinführung der Leuchte „Profilux“ nahm das Geschäft Fahrt auf. Es entstanden, so der jetzige Aufsichtratsvorsitzende der Zumtobel AG, Jürg Zumtobel, die „Zumtobelschen Hüttenwerke“, weil über ganz Dornbirn Gebäude und Lagerräume verteilt waren, dies war dem schnellen Wachstum der Firma geschuldet.

Die Söhne Jürg und Fritz mussten zwar schon früh anpacken. Bevor Jürg Zumtobel aber ins Berufsleben einstieg, wartete noch das Studium auf ihn. An der Technischen Hochschule in München studierte er Hochfrequenztechnik, und er lernte das Leben in einer großen Stadt kennen. Nicht nur das Studium, auch das Leben in der Millionenstadt prägte ihn. „Es war die Zeit der Öffnung, es passierte viel zu dieser Zeit, und wir waren mittendrin“, erinnert sich Zumtobel an seine Münchner Zeit. Nach dem Studium lernte er bei anderen Unternehmen und bei Auslandspraktika, etwa  bei einer Schweizer Unternehmensberatung. 1961 kehrte nach Vorarlberg zurück und übernahm schwierige Aufgaben im Unternehmen, etwa jene, die Produktion zu optimieren, Das gelang ebenso wie der Aufbau des deutschen Marktes, der schwächelte. Jürg Zumtobel verdoppelte den Umsatz binnen drei Jahren.

Jürg Zumtobel verdiente sich die Meriten mit harter Arbeit, die ihn an die Spitze des Unternehmens führte, das in der Zeit seiner Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender von 1991 bis 2003 stark wachsen sollte. Die Firma Zumtobel etablierte sich als Technologieführer im internationalen Geschäft, 1976 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, auch die erste Minderheitsbeteiligung an der englischen Tridonic wurde damals eingegangen. Zumtobel entwickelte völlig neue Lichtlösungen und ging neue Wege im Vertrieb. Zumtobel setzte auf die Architekten. „Der einzige, der am Bau gesamthaft denkt, ist der Architekt“, so Jürg Zumtobel im Gespräch mit den VN. Die Firma war die erste, die diesen Weg einschlug, der sich bis heute auch in Leuchten widerspiegelt, die von international renommierten Architekten entworfen wurden.

Auch Zumtobels Passion für Kunst gab dem Unternehmen entscheidende Impulse. Zumtobel war im November 1996 Gründungsmitglied und von da an bis September 2013 Präsident des Vereins der Freunde des Kunsthauses Bregenz, auch im Comittee on Architecture and Design des New Yorker MOMA hörte man auf seine Stimme. Sein Engagement als Unternehmer war untermauert durch seine Tätigkeit in der Wirtschaftskammer. Auch als französischer Konsul in Vorarlberg leistet er wertvolle Arbeit in der Zusammenarbeit der beiden Länder.

Herausforderndes Umfeld
Jürg Zumtobel war zwölf Jahre lang Vorsitzender des Vorstands eines Unternehmens, das weltweit produziert. In einer herausfordernden Branche keine leichte Aufgabe. Im Moment stellt sich das Unternehmen nach den tiefgreifenden Veränderungen in der Branche neu auf. „Früher dauerte ein Produktzyklus zehn bis 15 Jahre, heute ändert sich das zweimal jährlich. Wir sind nun im Halbleitergeschäft“, beschreibt der Aufsichtsratsvorsitzende, der Zeit seines Lebens die Geschwindigkeit liebte und auch als Autorennfahrer erfolgreich war und als Flugzeugpilot überzeugte, die Situation der Branche. Sein Aufsichtratsmandat nimmt Zumtobel nach wie vor engagiert wahr, bringt Erfahrung und Energie ins Geschäft mit dem Licht ein. Ein Unternehmer, der seine Arbeit mit Freude machte, und immer über Grenzen hinaus dachte, ein Visionär, der einen Global Player schuf.

Zur Person Jürg Zumtobel
Aufsichtsratsvorsitzender der Zumtobel Group AG
GEBOREN 20. August 1936
AUSBILDUNG Studium der Hochfrequenztechnik an der TH München, Auslandspraktika in Europa und Amerika
LAUFBAHN 1961: Eintritt in W. Zumtobel KG, Dornbirn; 1976: Umwandlung W. Zumtobel KG in die Zumtobel AG; Vorstand für Bereich Leuchten; 1981: Sprecher des Vorstands; 1991: Vorsitzender des Vorstands der Zumtobel AG; seit 2003: Vorsitzender Aufsichtsrat Zumtobel Group AG
FAMILIE verheiratet mit Edda, zwei Töchter, drei Enkelkinder

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