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30. Juli 2010 11:57; Akt.: 18.01.2012 12:40

Kunst im Hochgebirge: Start für Gormley-Projekt

"Wächter in Raum und Zeit" "Wächter in Raum und Zeit" - © VOL Live/Ludwig Berchtold
Die Vorarbeiten zu den je 640 Kilogramm schweren Körpern aus Gusseisen wurden noch vom früheren KUB-Direktor Eckhard Schneider eingeleitet. Die alpine Installation umfasst 100 lebensgroße Abgüsse von Gormley, die alle auf exakt 2.(16 Kommentare)

Die Vorarbeiten zu den je 640 Kilogramm schweren Körpern aus Gusseisen wurden noch vom früheren KUB-Direktor Eckhard Schneider eingeleitet. Die alpine Installation umfasst 100 lebensgroße Abgüsse von Gormley, die alle auf exakt 2.039 m über dem Meeresspiegel postiert und über 150 Quadratkilometer im Siedlungsgebiet der Walser (hinterer Bregenzerwald, Kleinwalsertal, Arlberggebiet und Klostertal) verteilt wurden. Der Abstand zwischen den einander nicht zugewandten Objekten schwankt zwischen 60 Metern und mehreren Kilometern. “Die Seehöhe hat für die Platzierung keine metaphorische oder inhaltliche Bedeutung. Vielmehr handelt es sich um eine gut zugängliche Höhe, die zugleich dem Alltag enthoben ist”, so Gormley.

Die wesentliche Aussage dieser Arbeit besteht für Gormley darin, eine Verbindung herzustellen “zwischen dem, was greifbar, wahrnehmbar und vorstellbar ist”. “Es ist ein Beziehungsfeld zwischen Körper und Geist, in dem einige Körper Surrogate sind, andere real”, erklärte der Künstler. “Horizon Field” stellt laut Gormley grundlegende und im Kern philosophisch-religiöse Fragen: “Wer sind wir, was sind wir, wo kommen wir her und wohin führt unser Weg?”

Die Figuren sind laut Gormley weder Statuen noch Symbole, sondern repräsentieren als “Wächter in Raum und Zeit” einen “Ort, wo ein Mensch erstmals gewesen ist oder sein könnte”. Die Installation wird im Lauf der zweijährigen Präsentation den Naturgewalten, unterschiedlichen Lichtverhältnissen und dem Jahreszeitenwechsel unterworfen sein und somit immer wieder neue Wahrnehmungen und Eindrücke ermöglichen. “Horizon Field” soll den Körper, die Wahrnehmung und die Vorstellungskraft von Wanderern, Skifahrern und aller ansprechen, die in dieses Beziehungsfeld eintreten.

Seit über einem Vierteljahrhundert beschäftigt sich Gormley mit dem Bild des Menschen in der Skulptur – und zwar unter Verwendung des eigenen Körpers als Subjekt, Werkzeug und Material. Eine vergleichbare Installation mit 100 Eisenfiguren – allerdings auf Meeresniveau – hat Gormley 1997 im Wattenmeer vor Cuxhaven mit 100 Eisenfiguren unter dem Titel “Another Place” realisiert. Das Kunsthaus Bregenz knüpft mit “Horizon Field” an vergangene KUB-Außenprojekte an, erinnerten KUB-Direktor Ylmaz Dziewior und sein Vorgänger Eckhard Schneider (mittlerweile PinchukArtCentre Kiew).



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