16. Oktober 2012 13:41; Akt.: 16.10.2012 13:41

Kubaner dürfen in Zukunft ohne Ausreisevisum das Land verlassen

Der Kubanische Präsident Raul Castro. Der Kubanische Präsident Raul Castro. - © EPA
Die kubanische Regierung gewährt ihren Bürgern eine weitgehende Reisefreiheit. Ab 14. Jänner 2013 benötigten sie keine Ausreiseerlaubnis mehr, sondern nur noch einen Pass und ein Einreisevisum ihres Ziellandes, teilte das Außenministerium am Dienstag in Havanna mit.

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Auch eine Einladung aus dem Ausland sei nicht mehr erforderlich. Die Regierung deutete aber Einschränkungen für bestimmte Berufsgruppen an. Die Reform der Reisepolitik war von den Kubanern besonders sehnlich erwartet worden, seit Präsident Raul Castro vor sechs Jahren die Führung des Landes von seinem Bruder Fidel Castro übernommen hatte.

Bislang willkürliche Vergabe

Bisher benötigte jeder Bürger der sozialistischen Karibikinsel eine Erlaubnis der Regierung, um sein Land zu verlassen. Diese Genehmigungen wurden willkürlich vergeben und Regimekritikern oft verweigert. Kubaner brauchen aber für die meisten Länder der Welt auch ein Einreisevisum, das sie oft nur mit Mühe bekommen. In der Mitteilung werden auch Einschränkungen für bestimmte hoch qualifizierte Berufsgruppen angedeutet. Um welche es sich dabei handeln wird, wurde nicht genannt.

Hochqualifizierte Personen sollen nicht abwandern

“Es werden Maßnahmen beibehalten, um das geistige Kapital, das von der Revolution geschaffen wurde, gegen den Raub der Talente durch die Mächtigen zu schützen», heißt es ohne nähere Angaben. Besonders streng sind die Regeln bisher etwa für Ärzte und andere hoch qualifizierte Personengruppen, deren dauerhafte Ausreise verhindert werden soll.

Auswanderungswelle möglich

Bei Privatreisen sollen Kubaner bis zu 24 Monate statt bisher 11 Monate im Ausland bleiben dürfen. Bei längeren Aufenthalten müssten sie die Dauer bei einem kubanischen Konsulat verlängern lassen. Unklar ist, ob die Lockerung der Reisevorschriften eine neue Ausreisewelle wie Anfang der 1980er-Jahre auslösen könnte, bei der Hunderttausende Kubaner in die USA auswanderten.

(APA)



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