30. August 2008 07:49; Akt.: 30.08.2008 07:49

Krängungstest: 400 Personen "stürmten" MS Sonnenkönigin

Krängungstest: 400 Personen "stürmten" MS Sonnenkönigin © VN/Gmeiner
Kressbronn (D) – Am Freitag musste die MS Sonnenkönigin in der Bodan-Werft einen Krängungstest über sich ­ergehen lassen, mit echten Passagieren. (14 Kommentare)

Der Belastungstest war ein riesiges Volksfest für die Kressbronner. 400 Freiwillige hatten sich auf das größte Schiff am Bodensee „gewagt“.

Mit der MS Sonnenkönigin hat sich der Lochauer Walter Klaus, Inhaber der Vorarlberg Lines, einen Traum erfüllt, wie er selbst sagt. Zehn lange Jahre haber er diesen in sich getragen. „Ich liebe es wenn Träume in Erfüllung gehen“, ist Klaus bester Laune. Das 1000 Tonnen schwere Schiff wurde bereits zu Wasser gelassen und liegt im Hafen der Bodan-Werft in Kressbronn. Auf die Bootsbauer wartet aber noch sehr viel Kleinarbeit. „Wir werden ganz bestimmt zeitgerecht fertig“, ist sich ein Werftmitarbeiter seiner Sache sicher. Am 18. September soll das Motorschiff termingenau in Betrieb gehen. Gestern stand der Krängungstest auf dem Programm. Dabei wird geprüft, wie das Schiff auf verschiedene Punkt-Belastungen reagiert und sich die Lage verändert. Im Inneren des Schiffes wurde deshalb ein Lot von der Decke gehängt, ein Mitarbeiter des Unternehmens Germanischer Lloyd (Schiffsklassifikationsgesellschaft) notiert alle Daten. Anschließend werden die Zahlen ausgwertet. In rund 14 Tagen liegt das Ergebnis vor und die Sonnenkönigin erhält ihre Zulassung. Im Vorfeld des Versuches wurden Vereine angeschrieben, denn schließlich mussten 400 Menschen gefunden werden, die mitmachen. Vor Betreten des Schiffes wurde jeder einzelne gewogen. Ziel waren 30 Tonnen Menschengewicht. „Normalerweise werden Krängungsteste mit Betonklötzen durchgeführt. Hier war es auf Grund der Bauweise nicht möglich. So griffen wir auf Personen zurück“, erklärt ein Bootsbauer. „Passieren kann rein gar nichts“, beruhigt der Ingenieur.

Kapitän Hans Wüstner

Gesteuert wird der Riese vom Lauteracher Hans Wüstner. Der erfahrene Bodenseekapitän freut sich auf seine neue Aufgabe. „Bei einem 1000 Tonnen schweren Schiff darf man sich keinen Fehler erlauben. Das größte Problem wird der seitliche Winddruck werden, bei der riesigen Angriffsfläche, so Wüstner.



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