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Kontrust-Frontfrau Agata Jarosz im Interview

Aus Liebe zum Rock: Agata Jarosz, Sängerin bei "Kontrust". Aus Liebe zum Rock: Agata Jarosz, Sängerin bei "Kontrust". - © kontrust.info
von Amina Beganovic - Sie ist blond, selbstbewusst und Rockröhre durch und durch: Agata Jarosz, Leadsängerin der österreichischen Band “Kontrust”, lebt ihre Liebe zur Musik. Dass sie eine Frau ist, ist für sie dabei nebensächlich.

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Unlängst veröffentlichten “Kontrust” ihr zweites Album “Second Hand Wonderland” (Napalm Records). Es folgte eine großangelegte Tour mit zahlreichen Shows: Wochenlang war die Band im zweistöckigen Nightliner in Österreich, Deutschland in der Schweiz und auch in den Niederlanden unterwegs.

Als eine der wenigen Frauen so eine lange Tour mit lauter Männern machen? – Wir fragten Sängerin Agata Jarosz, wie sie in ihrer Karriere ihren Mann steht.

Ihr habt unlängst euer neues Album „Second Hand Wonderland“ präsentiert – was ist neu daran?

Wir haben alle gemeinsam viel Zeit in die Songs investiert. Ich denke, es ist in erster Linie eine natürliche Fortsetzung von unserem 1. Album “Time To Tango”. Das Album geht einen Schritt weiter, vereint aber immer noch den Stilmix, der bei sieben so unterschiedlichen Bandmitgliedern eben entsteht – typisch Kontrust.

Vor kurzem seid ihr von eurer 1. großen Tour zurückgekommen. Österreich, die Schweiz, Deutschland, dann die Niederlande: Wie war das für dich?

Natürlich erschöpfend, aber es ist einfach eine andere Art von Anstrengung, wenn man etwas gerne tut. Wir waren ja wochenlang im Nightliner unterwegs. Ich werde oft von Bekannten gefragt: “Warum tust du dir das an?” Was soll ich sagen, ich mache es einfach gerne. Man kommt an so viele Orte und trifft viele interessante Menschen. Und das Gefühl von Freiheit dabei ist extrem cool!

Wie ging es dir dabei als einzige Frau unter lauter männlichen Kollegen?

Also, wir waren schon drei Frauen – und 25 Männer (lacht). Mich stört das gar nicht, ich bin es schon so gewohnt und kenne es gar nicht anders. Außerdem sind die Jungs sehr nett und rücksichtsvoll.

 Wie setzt du dich als weibliche Lead-Sängerin musikalisch durch?

Das ist nicht wirklich nötig – in unserer Band sind alle gleichberechtigt, wichtige Entscheidungen werden grundsätzlich zusammen getroffen. Und ich weiß mich generell durchzusetzen, wenn mir etwas nicht passt, spreche ich es direkt aus. Da bin ich hart im Nehmen!

Kontrust-Sängerin Agata: “Ich wollte immer Rock machen!”

 Hast du das Gefühl, es ist für Kontrust förderlich, dass auch eine Frau vorne mitsingt?

Ich würde sagen, es rundet den Sound ab. So ist für jeden etwas dabei, wir haben eine männliche und eine weibliche Stimme. Eine Frau als Leadsängerin macht das Ganze für die Zuhörer vielleicht noch spannender, weil viele Rock noch als ein sehr männlich dominiertes Genre sehen.

Gutes Stichwort: Ist Rock denn deiner Meinung nach eine Männer-Domäne? 

Mittlerweile nicht mehr so stark wir früher. Es gibt heutzutage so viele talentierte Rock-Musikerinnen. Bassistinnen, Schlagzeugerinnen, … Auch im Tontechnik-Bereich mischen immer mehr Frauen mit – bei Kontrust übrigens auch. Und natürlich gibt es derzeit viele Sängerinnen. Wobei ich es ein bisschen schade finde, dass noch nicht so viele Frauen-Rockbands präsent sind, nicht wie im Pop-Bereich. Natürlich, wenn Mädels lieber Pop machen wollen, ist das wunderbar, jedem das Seine.

Aber ich denke, es gäbe bei weiblichen Rockbands mehr Potenzial, sie trauen sich vielleicht nur nicht. Für mich hat sich diese Frage nie gestellt, ich wollte immer Rock machen! …

Willst du eine Art Vorbild für weibliche Musikerinnen sein?

Ich würde schon jeder Musikerin raten: “Mach Rock-Musik, das macht einfach unheimlich Spaß!” Aber ein Vorbild … würd’  ich nicht von mir adhoc behaupten, jeder muss sich doch selbst seine Vorbilder suchen. Ob Mann oder Frau, das spielt eigentlicht keine Rolle, auch für mich nicht. Wichtig ist die Leidenschaft für die Musik.

Hast du in deiner Laufbahn auch schon schlechte Erfahrungen gemacht, bzw. persönlich auch schlechtes Feedback bekommen?

Das erlebt doch jeder mal … sicher, es gibt Leute, die weibliche Stimmen bei Rock einfach nicht mögen, auch Kritiker – hab ich alles schon gelesen. Aber richtig schlechtes Feedback hatte ich noch nie. Ich bin hart im Nehmen, sowas erschüttert mich nicht.

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