Klirrende Kälte macht Heizen teurer

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Klirrende Kälte macht Heizen teurer
Schwarzach - Rekord bei Stromverbrauch, Gasverbrauch steigt bei Extrem­temperaturen um rund 80 Prozent.

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Die extreme Kältewelle in Europa hinterlässt auch in finanzieller Hinsicht ihre Spuren. Bei Tagesdurchschnittstemperaturen von minus zwölf Grad steigen die Heizkosten – und das exorbitant. Die VKW verzeichnete am Donnerstag gar die „höchste Netzabgabe, die je gemessen wurde“, wie ­Vertriebsleiter Guido Salzmann gegenüber den VN erklärte. Und auch für VEG-Chef Erwin Kopf ist klar: „Bei den momentanen Temperaturen nimmt der tägliche Gasverbrauch für einen durchschnittlichen Haushalt fast das Doppelte zu. Wir sprechen von einem Mehrverbrauch von etwa 80 Prozent.“ Die Heizölpreise sind indes auf den höchsten Stand seit Sommer 2008 geklettert. Derzeit sind rund 102 Euro (inkl. Mehrwertsteuer) für 100 Liter Heizöl zu berappen. Die milden Monate November und Dezember geben jedoch Anlass zur Hoffnung, dass die Heizkosten über den gesamten Winter gesehen nicht mehr als „durchschnittlich“ ausfallen werden.    

Plus zehn Prozent bei Strom

„In den vergangenen zehn Tagen haben wir bei der Stromabgabe ein Plus von zehn Prozent verzeichnet“, verdeutlicht Salzmann. Am Rekordtag Donnerstag wurden 565 Megawatt Strom von den VKW an die Kunden abgegeben. Die VEG schätzt die Kosten für den kältebedingten Mehrverbrauch der vergangenen zehn Tage für ein durchschnittliches Einfamilienhaus auf etwa 40 bis 50 Euro. „Solche Temperaturen und entsprechenden Mehrverbrauch hatten wir das letzte Mal in den Jahren 2005 und 2006. Das waren besonders strenge Winter“, sagte Kopf. Tagesmittelwerte unter zehn Grad minus seien selten. Und trotzdem: Die Nachfrage nach Heizöl sei in den vergangenen Wochen kaum gestiegen, wie Egon Reiner, Fachgruppenobmann Energiehandel erklärt. „Die meisten Haushalte haben sich bereits im November eingedeckt, bevor es kalt wurde.“ Der Preis sei indes deutlich gestiegen – auch aufgrund der Euro-Schwäche. „Es ist zwar ein höherer Verbrauch festzustellen, aber bezüglich der Nachfrage wird nicht unmittelbar ein Boom ausgelöst“, sagt Reiner.

Schwierige Prognose

Wie wird sich der Preis entwickeln? „Eine Einschätzung wäre unseriös“, betont er. Der Preis sei von unterschiedlichen Faktoren abhängig – die laut Reiner nicht zu beeinflussen sind. Eine Krise würde zumindest eine kurzfristige Erhöhung bewirken. „Und aufgrund dieser wesentlichen Einflussfaktoren kann ich keine Prognose abgeben“, betont er.

(VN-fd, sas)

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