Klimaneutralität für eine gesunde Umwelt

Klimaneutralität für eine gesunde Umwelt
Jürgen Sutterlütys Ziel ist es, die Region und die Erde als lebenswerte Orte zu erhalten.

EGG. Die enge Verbindung zur Region, zu Partnern und zur Landwirtschaft sowie der Wille, einerseits aktiv mitzuhelfen, das 2-Grad-Ziel zu erreichen und für unsere Nachkommen die Erde als lebenswerten Ort und regional die „bsundrigen“ Lebensmittel zu erhalten, haben den Chef der Sutterlüty-Märkte bewogen, sein Unternehmen zum 100-prozentig klimaneutralen Betrieb umzugestalten. „Sutterlüty ist im nationalen Vergleich nur ein ,kleiner Fisch‘ – trotzdem wollen wir Verantwortung übernehmen. Wenn das alle tun, wäre auch allen geholfen. Aus solchen Überlegungen entstand auch das Klimaneutralitätsbündnis 2025, bei dem wir Gründungsmitglied sind“, sagt Jürgen Sutterlüty. „Mit Hilfe von Experten wie Prof. Dr. Radermacher von der Universität Ulm, dem Zukunftswerk Starnberg und dem Klimaneutralitätsbündnis 2025 wurde zu allererst der aktuelle CO2-Fußabdruck ermittelt“, informiert Sutterlüty. „Anfangs aufwendig, ist er mittlerweile durch das VKW_Energiecockpit in allen Ländlemärkten, der Zentrale und bei den Sutterlüty-Betrieben Broger und Hammerl ganz einfach und laufend ersichtlich. Einsparungspotenziale werden aufgezeigt, rasche und gezielte Reaktion bei Defekten ist möglich. Jeder Markt kann Verantwortung für seinen CO2-Fußabdruck übernehmen.“ Für die Reduktion des CO2-Ausstoßes wurden neue Heiz- und Kühlsysteme sowie Energiespar-Öfen in der Bäckerei Hammerl installiert, Erdwärme genützt, in einigen Märkten Geothermie-Anlagen eingesetzt. Neuere Wärmepumpenanlagen decken 80 Prozent des Heizbedarfs. Es wurde eine umfassende Leuchtmitteloptimierung durchgeführt, und Photovoltaik erzeugt Strom in Lochau und zukün_tig in Dornbirn Rohrbach und Rankweil Sägerstraße, zählt Sutterlüty die Aktivitäten auf.

Regionale Ware, kurze Wege
„Wir führen weltweit das größte Sortiment an regionalen Produkten, das spart Transportwege“, freut sich der zukunftsorientierte Unternehmer. Es wurden einheimische Baustoffe verwendet, und Vorarlberger Firmen kamen zum Zug. Die Wertschöpfung bleibt im Land. Von Flugblättern bis Klopapier werde alles auf Recyclingpapier und das Magazin der Handelskette komplett CO2-neutral gedruckt. Das erfreuliche Ergebnis: 1300 Tonnen CO2 konnten aus eigener Kra_t eingespart werden. Das ist jene Menge, die 180 Österreicher im Durchschnitt pro Jahr produzieren. „Die CO2-Menge, die noch nicht aus eigener Kraft vermieden werden kann, wird mit dem Ankauf ausgesuchter Klimaschutz- Zertifikate kompensiert“, erklärt Sutterlüty; die Projekte wurden mit Hilfe des Klimaneutralitätsbündnisses 2025 und des Zukunftswerks Starnberg ausgewählt. Ein Wasserkraftwerk am Victoria- Nil in Uganda soll jährlich 1305 GWh Elektrizität für die örtliche Bevölkerung liefern. Ein Waldbewirtschaftungsprojekt am Amazonas in Brasilien stellt sicher, dass statt unkontrollierter Rodungen das Holz schonend geschlagen wird, und fördert die nachhaltige Entwicklung vor Ort in sozial-ökologischwirtschaftlicher Hinsicht. Im Akbük Wind Farm Project wurde ein Windpark in der türkischen Provinz Aydin errichtet. Durch die Gesamtnetzleistung von 105 GWh pro Jahr werden jährlich über 67.000 Tonnen, zuvor durch fossile Energieträger verursachtes CO2 eingespart.

Entwicklung statt Freikaufen
„Kompensation ist laut Experten wie Radermacher von der Universität Ulm notwendig und sinnvoll. Sie ist auch kein Freikaufen, sondern das Gegenteil“, informiert Sutterlüty. „Durch die Förderung zukunftsfähiger Projekte wird Entwicklung in diesen Ländern erst möglich.“ Was heißt eigentlich 100-prozentig klimaneutral? „Als klimaneutral kann ein Prozess dann angesehen werden, wenn er das Gleichgewicht in der Atmosphäre nicht verändert. Konkret heißt das bei Sutterlüty: Laufend CO2 einsparen und neue Ideen ausarbeiten, um CO2- Ausstoß nachhaltig weiter zu senken; der nicht vermeidbare CO2-Überschuss der Märkte, der Zentrale, der Arbeitswege der Teammitglieder, der gesamten Logistik sowie von Broger und Hammerl wird mit dem Ankauf von Zertifikaten von ausgewählten Klimaschutzprojekten kompensiert“, informiert der Firmenchef. „Auch kün_tig ist unser Ziel, so viel CO2 wie möglich aus eigener Kraft einzusparen. Weitere Ansätze beschäftigen sich mit der Optimierung der Anfahrtswege unserer Mitarbeiter, mit dem Thema Geschäftsreisen und dem Sutterlüty-Fuhrpark. Hier wird sich noch viel bewegen – in Richtung einer lebenswerten Zukun_t für uns, unsere Kinder und Enkel.“

Kreislaufwirtschaft ist Zukunft
„Neben den internationalen Klimaschutzprojekten unterstützen wir auch viele regionale Konzepte in Vorarlberg und Umgebung, wie etwa nachhaltige Kreislaufwirtscha _t, sojafreie Fütterung und die Umstellung auf biologische Landwirtscha_t. Wir arbeiten bereits an einem Humus-Projekt und werden uns zukün_tig verstärkt auf die Revitalisierung unserer Böden konzentrieren“, erklärt Jürgen Sutterlüty. „Zudem möchten wir unseren Kunden weiterhin die bessere Alternative bieten und unser Sortiment mit vielen weiteren Spezialitäten aus der Region, aber auch mit biologischen Produkten erweitern. Das Bio-Sortiment ist bei uns allein im vergangenen Jahr um 38 Prozent gewachsen.“

Statement: Ziel ist nachhaltige ökologisch- soziale Wirtschaftsentwicklung. JÜRGEN SUTTERLÜTY

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