28. Mai 2009 08:48; Akt.: 28.05.2009 08:48

Kinderpornografie – Österreich ist Land der Konsumenten

Kinderpornografie – Österreich ist Land der Konsumenten © Bilderbox/Symbolbild
Österreich ist kein Produktionsland, was die Herstellung von kinderpornografischen Bildern oder Videos betrifft – “hierzulande sitzen die Konsumenten”, sagte Harald Gremel vom Bundeskriminalamt (BK) am Mittwoch im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung in Wien. (3 Kommentare)

“Die Provider befinden sich in der großen Überzahl im Ausland. Mit Abstand am häufigsten in den USA, gefolgt von Russland, Spanien und den Niederlanden”, ergänzte Barbara Schlossbauer, Projektleiterin der online Meldestelle “Stopline” im Bundeskriminalamt.

An die Meldestelle können sich User wenden, wenn sie im Internet auf kinderpornografische oder rechtsradikale Inhalte stoßen. Etwa ein Drittel der als verdächtig gemeldeten Seiten zeigen auch tatsächlich illegale Inhalte.

Im Jahr 2008 wurden von “Stopline” mehr als 5.000 solcher Hinweise bearbeitet. Österreich ist aber nur sehr selten Host-Land, sagte Schlossbauer. 2008 gab es drei Fälle, wo private Internetseiten gehackt und mit kinderpornografischem Material versehen wurden. Die Inhalte konnten umgehend von den betroffenen Providern entfernt werden.

Die Zahl der Meldungen ist seit zehn Jahren konstant steigend. Zu 90 Prozent beziehen sich diese auf kinderpornografische Inhalte, die restlichen zehn Prozent entfallen auf rechtsradikale Seiten.

Mit Web-Filtering (Zugangssperren von Internetseiten mit illegalen Inhalten, Anm.) als Maßnahme im Kampf gegen Kinderpornografie hat man vor fünf Jahren in Norwegen begonnen, sagte Harald Gremel vom Bundeskriminalamt. 2005 sind Schweden und die Niederlande gefolgt, in Deutschland wird es gerade heftig diskutiert und in Österreich sei man bisher gescheitert, Provider davon zu überzeugen, meinte er. Dass es etwas bringt, davon ist Gremel überzeugt. Es sei ein zusätzliches Mittel, um kriminelle Organisationen um ihre immens hohen Gewinne zu bringen, mit denen Produzenten u.a. wieder neues Material herstellen können.



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