Kinderbetreuung im Sommer oft schwierig und teuer

Knapp die Hälfte der Österreicher spricht sich für kürzere Ferien aus
Knapp die Hälfte der Österreicher spricht sich für kürzere Ferien aus - © APA
Knapp die Hälfte der Österreicher spricht sich laut einer repräsentativen Akonsult-Umfrage für kürzere Sommerferien aus, für die andere Hälfte passt die Dauer, zwei Prozent hätten sie gerne noch länger. Für fast die Hälfte der Eltern und Großeltern ist es jedenfalls sehr (19,6 Prozent) oder eher sehr schwierig (28,7 Prozent), eine entsprechende Betreuung des Nachwuchses zu organisieren.

“Rund zwei Drittel der Kinderbetreuung während der Sommerferien findet durch die eigene Familie statt. Ergänzend dazu wird ein nicht unbeträchtlicher Anteil an bezahlten Betreuungsmöglichkeiten wie Sommercamps, Kindermädchen, Hort, etc. in Anspruch genommen”, weiß Kristin Allwinger vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Akonsult.

Die Unterstützung durch die Familie ist üblicherweise umsonst, weshalb 40 Prozent der befragten Eltern und Großeltern für die Sommerbetreuung nichts zu bezahlen haben. Doch etwas mehr als ein Viertel muss tief in die Tasche greifen und gibt pro Kind 400 Euro und mehr aus, davon sechs Prozent sogar mehr als 650 Euro. Für 44 Prozent reißen die Ausgaben für die sommerliche Versorgung der Sprösslinge ein spürbares Loch ins Haushaltsbudget. Rund ein Viertel meint sogar, dass dieses “sehr stark” beziehungsweise “ziemlich stark” belastet wird.

73,5 Prozent kommen laut Akonsult mit ein bis zwei Betreuungsmöglichkeiten aus, ein Viertel benötigt drei, der verbliebene Rest sogar vier. Ohne Oma und Opa geht offenbar im Juli und August sehr wenig: Mehr als 68 Prozent verlassen sich auf deren Hilfe, 60,1 Prozent (Mehrfachantworten waren möglich) der Eltern verbringen gemeinsame Zeit mit dem Nachwuchs. 16,6 Prozent entfallen auf sonstige Familie und Freunde, 19,1 Prozent auf Kindermädchen oder Tagesmütter, 13,8 Prozent auf Kindergarten bzw. Hort. Sommerlager von Jungschar oder Pfadfindern werden von 13 Prozent besucht, professionelle Sommercamps wie Nachhilfelager machen immerhin 4,4 Prozent der Kids fit für den kommenden Schulbeginn. Aber auch Nachbarn (3,6 Prozent) und ältere Geschwister (5,8 Prozent) müssen mithelfen, die langen Wochen zu überbrücken.

Vermutlich aufgrund des Umstands, dass die Betreuung im Sommer bereits viele Ressourcen bindet, werden die immer wieder diskutierten Herbstferien von fast zwei Drittel der Österreicher grundsätzlich abgelehnt. Sollten diese dennoch eingeführt werden, wären 80 Prozent dafür, die Sommerferien entsprechend zu verkürzen. Als Dauer für die ungeliebten Herbstferien können sich 73 Prozent eine und etwa ein Fünftel zwei Wochen vorstellen. Für den Rest wären auch drei Tage ausreichend bemessen.

(APA)

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