Falsch ernährt? SPÖ schlägt Alarm. - © Symbolbild/Bilderbox
Studien belegen: Übergewicht bei Kindern hängt direkt mit dem sozialen Status zusammen. Bei den Fünf- bis Siebenjährigen ist etwa der Anteil an Übergewichtigen bei Kindern aus sozial schwachen Familien dreimal so hoch. Die Ursachen sind bekannt. “Medienkonsum und entsprechendes Essverhalten”, wie es die SPÖ in ihrer Presseaussendung ausdrückt. Oder anders gesagt: Viele Kinder schlagen ihre Zeit mit Chips und Cola vor dem Fernseher tot.
Besonders wichtig ist es laut SPÖ daher, das Ess- und Bewegungsverhalten der Kinder nachhaltig zu verändern. Dazu diene einerseits der Bewegungskindergarten, andererseits die in vielen Kindergärten durchgeführte „gesunde Jause“. Die Rolle dieser Jause wird auch von den Landesverantwortlichen immer wieder hervorgekehrt. SP-Landtagsabgeordnete Mirjam Jäger-Fischer machte nun die Probe aufs Exempel. Sie besuchte verschiedene Betreuungseinrichtungen, um sich ein Bild zu machen. Die Ergebnisse sind teils niederschmetternd.
Jäger-Fischer: “In vielen Ganztagskindergärten und Ganztagskinderbetreuungseinrichtungen, wie z.B. in Lauterach, Röthis, Altach oder Bludenz wird das Mittagsmenü aus dem Sozialzentrum/Pflegeheim angeliefert. In Bludenz – ein positives Beispiel zuerst – kocht das Sozialzentrum ein spezielles Menü für die Kinder. In Lauterach oder Röthis ist das Menü aber ident mit dem Menü von ‘Essen auf Rädern’ bzw. auch der Heimbewohner dieser Sozialzentren.
Dieses Einheitsmenü wird zentral im Sozialzentrum gekocht und auf Nachfrage auch mit Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitaminen, Calcium etc. angereichert. Das Essen wird in Folge an Kinder, an die Bezugnehmer von ‘Essen auf Rädern’ und auch an die Heimbewohner ausgegeben.”
So finden sich auf den Menüplänen der Kinder Speisen wie “Schweinsbraten mit Sauerkraut”, “Marillenknödel mit Vanillesauce” oder Leberkäse wieder. Neben dem Kostenfaktor – ein solches Menü kostet zwischen 2,50 und 6 Euro – handle es sich dabei nicht gerade um eine altersgerechte Ernährung.
Auch die “gesunde Jause” bekommt von der SPÖ ihr Fett ab, nachdem der Arbeitskreis für Vorsorgemedizin den Schulen Trinkjoghurts und Milchmischgetränke aus Ländle-Produktion nicht mehr empfehlen will. Einfacher Grund: “in den Milchprodukten ist mehr Zucker enthalten als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt. Laut WHO sollen junge Menschen pro Tag nicht mehr als zehn Prozent ihres täglichen Energiebedarfs in Form von Zucker zu sich nehmen, das sind an die 15 Würfelzucker. Die Vorarlberg Milch gibt zum Beispiel auf der Packung ihres Kokos-Ananas-Trinkjoghurts einen Zuckergehalt von 14,4 Gramm pro 100 Milliliter Trinkjoghurt an – bei 500 Gramm Inhalt ergibt das dann 72 Gramm Zucker oder 18 Stück Würfelzucker, rechnet Angelika Stöckler vom Arbeitskreis für Sozialmedizin vor.”
Vor diesem Hintergrund stellt die SPÖ nun eine Anfrage an Gesundheitslandesrat Christian Bernhard. Insbesondere fehlende Qualitätsstandards sollen dabei urgiert werden.
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