Vorarlberger, türkischer Abstammung, lebt im Auto - © VOL.AT/Sascha Schmidt
Grund für die ungewöhnliche Behausung auf vier Rädern war die Trennung von seiner Frau. Er musste die gemeinsame Wohnung aufgeben und ausziehen. „Die Wohnung war uns bzw. danach mir zu teuer, weswegen ich sie aufgeben musste. Ich habe dann eine Zeitlang bei meiner Familie gewohnt. Da die aber Beihilfenbezieher sind, konnte ich dort nicht länger wohnen bleiben.”
Kenan habe dann versucht, über die Stadt Dornbirn und die Kaplan Bonetti-Stiftung eine Zimmer bzw. eine Wohnung zu bekommen, was aber nicht möglich war: “Anfangs hat man mir gesagt, dass es keine Wohnung gibt, die man mir zur Verfügung stellen kann. Jetzt wurde mir kürzlich mitgeteilt, dass ich nicht lange genug in Dornbirn leben würde“, ärgert sich Kenan. Zudem wurde ihm gesagt, dass es genug andere Menschen gebe, die noch dringlicher eine Wohnung suchen und brauchen. Kenan dazu: “Ich frage mich schon: Gibt es wirklich so viel Menschen, die im Freien oder wie ich im Auto schlafen müssen und auf eine Wohnung warten?”
Bei Verwandten kann Kenan auch nicht unterkommen und da die Situation neu für ihn ist, wisse er auch nicht, wo er sonst noch Hilfe bekommen kann. Zudem sind die Notschlafstellen der Vorarlberger Sozialeinrichtungen auf 28 Tage bzw. Nächtigungen beschränkt. “Ich habe viele Wohnungen angeschaut, nur sind die sehr überteuert”, zeigt sich Kenan enttäuscht.
Martin Schwendinger von der Stadt Dornbirn bestreitet die Vorwürfe des Wohnungslosen. “Es gibt keine Ausschließungsgründe, wieso Herr Kenan keine Wohnung über uns beziehen könnte. Nur warten einfach viele Bewerber, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen und Situationen an uns wenden und eine Wohnung beziehen möchten”, erklärt Schwendinger und meint weiter: “Im Gegenteil, man muss diesem Mann sogar helfen.”
Die Zahl der Wohnungssuchenden in Dornbirn schwankt zwischen 850 und 900 Personen. Welcher Suchende zuerst eine Wohnung bekommt, hängt von verschiedensten Faktoren ab. “Es wird jedes einzelne Ansuchen auf Dringlichkeit, Einkommen, Wartezeit und Aufenthalt geprüft”, weiß Schwendinger.
Vom Kaplan Bonetti-Haus in Dornbirn konnte VOL.AT in Erfahrung bringen, dass durchaus die Möglichkeit für Kenan bestehe, dort ein Zimmer zu bekommen. Dazu muss aber wie üblich ein Erstgespräch erfolgen, um die tatsächlichen Verhältnisse wie etwa Einkommen festzustellen. Kenan ist seit 31. Jänner diesen Jahres arbeitslos gemeldet und bezieht laut eigenen Angaben 17,50 Euro Arbeitslosengeld pro Tag über das AMS Dornbirn.
*Name von der Redaktion geändert
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