15. Mai 2007 06:21; Akt.: 15.05.2007 06:21

"Keine Spielwiese für Kriminelle"

"Keine Spielwiese für Kriminelle" © VLK
Bregenz – Einbrüche und kein Ende. Seit Wochen halten kriminelle Banden die Polizei in ganz Vorarlberg auf Trab. Polizei unter Zugzwang – Asylwerber im Visier.  SID Marent, LR Schwärzler (10 Kommentare)

In der Nacht auf Montag wollte offenbar die Oberländer Tresorbande in den „Fünf-Täler-Markt“ in Nüziders einbrechen, scheiterte jedoch an der Alarmanlage. Die Bande konnte unerkannt entkommen. Mehr Erfolg hatten die Ermittler in der Nacht auf Sonntag. Vier Asylwerber aus Weißrussland wurden in Bings gestellt, nachdem sie gerade einen Rankweiler Schuhladen geplündert hatten. Die Männer waren aus Salzburg nach Vorarlberg gereist, um hier ihrem kriminellen Gewerbe nachzugehen, wurden aber vom Salzburger LKA observiert und in einer Gemeinschaftsaktion mit den Vorarlberger Kollegen dingfest gemacht.

Für Landespolizeikommandant Manfred Bliem hat der derzeitige „Kriminaltourismus“ eine neue Dimension erreicht. „Die Ermittlungsarbeit erfordert einen immensen Personalaufwand bei der Polizei“, schildert Bliem.

Die gestiegene Zahl derartiger Einbruchsdelikte hat nun den Landessicherheitsrat auf den Plan gerufen. „Vorarlberg ist keine Spielwiese für kriminelle Asylwerber, dem jetzigen Trend werden wir ganz entschieden entgegenwirken“, so Landesrat Erich Schwärzler.

Kein Generalverdacht

Laut Schwärzler wurde ein Großteil der Einbruchserien der letzten Wochen von reisenden Asylwerbern aus anderen Bundesländern begangen, aus diesem Grund werde man nun verstärkt auf fremdenpolizeiliche Maßnahmen setzen, kriminelle Asylwerber sollten durch das neue Asylgesetz innerhalb einer Frist von maximal sechs Monaten abgeschoben werden können. „Zusätzlich ist es aber für die Polizei äußerst wichtig, dass die Bevölkerung auf verdächtige Wahrnehmungen achtet und sofort meldet“, mahnte Schwärzler.

Auch für Sicherheitsdirektor Elmar Marent ist die derzeitige Situation Anlass zur Sorge. „Man sollte nicht in Hysterie verfallen, der Hauptteil der Straftäter ist bereits verhaftet worden. Es gilt aber, vorbeugende Maßnahmen zu setzen, etwa fremdenpolizeiliche Großaktionen einmal im Monat, das kann zum Beispiel Durchsuchungen beinhalten.“

Landesrat Erich Schwärzler betonte, dass man die Asylwerber in Vorarlberg nicht unter Generalverdacht stellen möchte. „Der Großteil verhält sich korrekt, aber es muss klar sein, dass das Gastrecht eines Landes beachtet werden muss.“

Für Dieter Egger von den Freiheitlichen kommen die angekündigten Maßnahmen zu spät und gehen nicht weit genug. „Es ist schön, dass die ÖVP endlich aufwacht, wir haben ja bereits seit Jahren auf das Thema hingewiesen. Das Asylrecht sollte nach Schweizer Vorbild gestaltet werden. Kriminelle Asylwerber müssen schneller werden können.“ abgeschoben Das Gastrecht eines Landes muss beachtet werden.



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