“Kein Tag ist mehr wie vorher!”

Von Martin Begle / WANN & WO
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Die Diagnose Morbus Hodgkin hat sein Leben komplett verändert
Die Diagnose Morbus Hodgkin hat sein Leben komplett verändert - © handout/Hengl
Dornbirn – Diagnose Krebs: Bernhard (33) aus Dornbirn verarbeitet seinen Schicksalsschlag und die Chemo in einem Blog.

Bernhard Hengl aus Dornbirn hat neun Staatsmeistertitel mit dem Wasserball Club Tirol geholt, war im Nationalteam, achtet auf seine Gesundheit sowie die Ernährung und wollte eigentlich einen Fitness-Blog eröffnen. „Unter www.baenaefit.blogspot.com wollte ich darüber ,Wie kann man ein guter Vater sein und dennoch fit bleiben?‘ schreiben. Diesem Thema widme ich mich dann nach dem Krebs“, erzählt der optimistische 33-Jährige. Zusammen mit seiner Frau Elena habe er am Tag der Diagnose im März gleich beschlossen, offen mit dem Thema umzugehen. „In erster Linie wegen unserer drei Kleinkinder“, erklärt Bernhard. „Die Kinder sollten gleich von Anfang an verstehen, dass der Papa krank ist und ein wenig Zeit braucht, bis er wieder ganz der Alte ist. Es war und ist uns wichtig, unsere Kinder über alles aufzuklären, sei das nun die Chemotherapie, die Bestrahlung, wieso Papa die Haare verliert, wieso jeder von uns öfter die Hände waschen muss oder warum man Papa im Moment nicht anhusten darf. Mein Immunsystem ist an gewissen Tagen komplett am Ende und dann kann jeder noch so kleine Virus schlimm für mich ausgehen.“

„Gerüchteküche“

„Wenn man eine Krankheit hat, brodelt die Gerüchteküche“, ergänzt er. „Um dem entgegenzuwirken, haben wir alle Fragen offen und ehrlich beantwortet. Da sich immer wieder die selben Fragen wiederholten, habe ich be­­schlossen, auf diese online einzugehen. Mein Blog soll nun in erster Linie die Chemotherapie greifbarer machen und eventuell Betroffenen zeigen, wie es mir ergeht. Im Internet findet man viel Halbwissen.“

„Dreckstage“

Die Diagnose Morbus Hodgkin habe sein Leben komplett verändert: „Kein Tag ist mehr, wie er vorher war. Aktuell richtet sich mein Tagesablauf nach dem täglichen Befinden. An guten Tagen versuche ich so gut es geht, Sport zu machen, oder mit den Kindern Zeit zu verbringen. Leider gibt es aber auch die ,Dreckstage‘, an denen man einfach froh ist, wenn man es aus dem Bett schafft und einen kleinen Spaziergang hinbekommt. In den letzten beiden Jahren habe ich noch am Trans Vorarlberg Triathlon teilgenommen. Der wird sich heuer leider nicht ausgehen“, scherzt Bernhard und lacht.

„Energiepol Familie“

„Für meine Angehörigen war es nicht nachvollziehbar, wieso es gerade mich trifft. Dennoch wurden wir von Anfang an von allen super unterstützt. Ein sehr wichtiger Energiepol ist die Familie. Hier vor allem die Gespräche mit meiner Mutter und meinem Vater. Elena gebührt ein riesiges Dankeschön, denn sie opfert jeden Tag für die Kinder und mich. Womit ich nie gerechnet hätte, ist das Feedback von außen: Täglich bekomme ich von irgendwo her Mails, Social-Media-Nachrichten und sogar ein Brief war dabei, in denen mir jemand Mut zuspricht oder einfach von seinen Erfahrungen mit Krebs erzählt. Es gibt enorm viel Kraft, wenn Menschen an dich denken, die dich nicht einmal kennen!“

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Morbus Hodgkin: Lymphknotentumor

Morbus Hodgkin ist ein recht seltener Tumor – rund ein Prozent der diagnostizierten bösartigen Tumore –, der meist im Alter zwischen 20 und 40 Jahren an den Lymphknoten auftritt. Die Behandlung erfolgt mittels Strahlen- und Chemotherapie. Je nach Stadium liegen die Heilungschancen bei 70 bis 90 Prozent.

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