30. April 2010 09:50; Akt.: 30.04.2010 09:50

Kawasaki Z 1000: Kompakter Kraftlackel

Aggressiv sieht sie aus. Aber so fährt sie sich gar nicht. Aggressiv sieht sie aus. Aber so fährt sie sich gar nicht. - © Hersteller
von Thomas Matt - Kawasaki geht mit neuer Optik und Technik auf Kundenfang.

 (2 Kommentare)

Runzelrocker bemühen nur kurz ihr Langzeitgedächtnis. Schon steht ihnen die Kawasaki Z1 vor Augen, jener Königswurf aus dem 1972er Jahr. Die alles ein wenig besser konnte als der Angstgegner Honda CB 750. Die Urmutter aller Z-Modelle. Und jetzt, fast 40 Jahre später, steht ein richtiger Bankert am Straßenrand. Sieht so fremd aus, so eigen.

Völlige Neuentwicklung

Tatsächlich hat Kawasaki mit der Z 1000 den sehr aufwendigen Weg einer völligen Neuentwicklung beschritten. Heraus kam ein Kraftwerk mit 138 PS, das seine Stärke ohne Unterbruch aus dem Drehzahlkeller heraus entwickelt. Ein Kraftlackel mit vier Auspufftüten, die eine klare Sprache sprechen. Dabei benimmt sich die Z 1000 anfangs, als könnte sie kein Wässerchen trüben. Mit ihren 220 Kilo (vollgetankt) und der vorderradorientierten Sitzposition geht sie gutmütig überall mit. Fast vergisst man, welche Überraschungen das mattschwarze Triebwerk auf Abruf bereit hält. Vor allem aber fällt bei erster Draufsicht auf, dass die Japaner bei diesem Naked Bike an keinem Detail gespart haben. Wo man hinschaut, Metall gewordene Liebeserklärungen. Die leicht verspielten Felgen, die extravaganten Bremsscheiben, die hochwertige Schwinge des Hinterrads . . . sogar die serienmäßigen Blinker bedürfen keines Ersatzes. Kurzum: Mit diesem nackten Zweirad braucht man sich auch vor Benelli & CO nicht zu verstecken.

Motor: Makellos

Und wie fährt sie sich? Startet sofort. Faucht ordentlich, damit Fahrer und Passanten abschätzen können, was da gleich losbricht. Aber dann läuft der Reihenvierzylinder seidenweich. Ohne die sprunghaften Temperaments- ausbrüche, die man von den heiser bellenden italienischen Dreizylindern her kennt. Fazit: Auch das Triebwerk der Kawasaki Z 1000 ist fast unanständig perfekt. Kurz übersetzt, Kraft ohne Ende. Wobei ein wenig Vorsicht nicht nur das eigene Strafmandatsbudget schont. Man sollte sich gut festhalten, wenn man sich an den roten Bereich herantasten will. Dass das Lexikon „Naked Bikes“ als „für die Landstraße konstruiert“ umschreibt, weiß die Kawa mit Macht ad absurdum zu führen. Die Landstraße muss erst gebaut werden. Die Kawasaki Z 1000 kostet derzeit 12.999 Euro. Damit ist sie um 500 Euro teurer wie ihr Pendant von Honda, die CB 1000 R.

Fakten Kawasaki Z 1000

Motor/Antrieb: Flüssigkeitsgekühlter Viertakt-Reihenvierzylinder, Hubraum 1043 cm³, DOHC, 16 Ventile, Nasssumpfschmierung, Sechsganggetriebe, Kette
Fahrleistung/Verbrauch: 138 PS (101,5 kW) bei 9600 U/min, Drehmoment 110 Nm bei 7800 U/min. Gewicht getankt 221 kg


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