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Katalonien-Krise verunsichert spanische Banken

Sabadell hat sich auf den Enrstfall vorbereitet
Sabadell hat sich auf den Enrstfall vorbereitet ©APA (AFP)
Der Streit um Katalonien verunsichert die spanischen Großbanken. Die Banco Sabadell bestätigte am Freitag, einen Teil des Managements aus Katalonien abzuziehen und sich mit EZB-Geld eingedeckt zu haben. Sabadell und der Konkurrent BBVA sind stark von Katalonien abhängig, rund ein Drittel der Einlagen stammt aus der Region. Die Aktienkurse der katalanischen Banken stürzten am Freitag ab.

Der Aktienabsturz an der Börse wurde von der Unabhängigkeitserklärung des katalanischen Parlaments ausgelöst. Der Kurs der CaixaBank, drittgrößter Kreditgeber Spaniens, fiel am Freitagnachmittag um rund fünf Prozent, der Kurs der Sabadell, Nummer fünf der Branche, gab um rund sechs Prozent nach.

Das Parlament von Katalonien hatte zuvor die Unabhängigkeit der Region von Spanien erklärt. Katalonien werde ein “unabhängiger Staat in Form einer Republik”, hieß es in einer am Freitagnachmittag mit der Mehrheit der Unabhängigkeitsbefürworter im Parlament in Barcelona beschlossenen Resolution.

Die Kurse der CaixaBank und der Sabadell waren bereits Anfang Oktober nach dem katalanischen Unabhängigkeitsreferendum stark gefallen. Viele Kunden kündigten zudem ihr Konto oder hoben ihr Geld ab. Beide Institute verlegten daraufhin ihren Unternehmenssitz in andere spanische Regionen. Weitere katalanische Firmen wie Gas Natural oder das Infrastrukturunternehmen Abertis folgten dem Schritt. Seit dem 1. Oktober haben fast 1.700 Unternehmen Katalonien verlassen.

“An einigen Tagen waren die Kunden nervös”, sagte BBVA-Chef Carlos Torres am Freitag nach der Vorlage der Quartalszahlen. Es habe kleinere Bewegungen bei den Guthaben gegeben, aber inzwischen habe sich die Lage normalisiert. Die BBVA hat ihren Sitz zwar in Bilbao im Baskenland, ist aber nach dem Kauf von zwei Sparkassen einer der größten Kreditgeber in Katalonien.

Die Banco Sabadell hatte bereits kurz nach dem Referendum Anfang Oktober ihren Hauptsitz aus der katalanischen Stadt Sabadell auf dem Papier in die spanische Hafenstadt Alicante an der Costa Blanca verlagert. Das Büro des Verwaltungsratspräsidenten und einige Spitzenmanager zögen nach Madrid um, sagte Konzernchef Jaime Guardiola am Freitag und bestätigte einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters von Mitte Oktober. Die Bank bestätigte zudem, dass sie sich Anfang Oktober mit Liquidität bei der EZB eingedeckt hatte. Damals wurde beim wöchentlichen Tender der Zentralbank ein überraschend hoher Geldbetrag abgerufen.

Nach dem Unabhängigkeitsreferendum haben hunderte Firmen ihren Sitz aus Katalonien verlagert. Die Caixabank ist von Barcelona nach Valencia umgezogen. Sie berichtete vor wenigen Tagen von “moderat negativen” Auswirkungen auf die Einlagen durch die Katalonien-Krise.

Die Ereignisse in Katalonien überschatten die Fortschritte der spanischen Banken beim Abbau ihrer Altlasten. Die zweitgrößte spanische Bank BBVA senkte im dritten Quartal den Bestand an faulen Krediten um 1,5 Milliarden Euro, bei Sabadell waren es 500 Millionen Euro weniger, wie die Geldhäuser am Freitag mitteilten. Auch Santander hatte die Altlasten reduzieren können, wie die größte spanische Bank bereits am Donnerstag mitgeteilt hatte. Wie auch anderen europäischen Geldhäusern machen die niedrigen Zinsen den spanischen Banken zu schaffen. Bei BBVA sank der Zinsüberschuss um zwei Prozent, bei Sabadell um vier Prozent.

Auf der Suche nach einem Ausweg haben spanische Banken ihr Auslandsgeschäft ausgebaut. BBVA profitierte im dritten Quartal vom starken Geschäft in Mexiko, der Nettogewinn des Konzerns stieg um 19 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro. Der Überschuss von Sabadell fiel dagegen um acht Prozent auf 203 Millionen Euro.

(APA/ag.)

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