Juncker: Griechen-Austritt aus Eurozone kein Thema

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Der Chef der Eurogruppe, der Luxemburger Premier Juncker, schließt einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone "politisch" aus. "Technisch" wäre das zwar machbar, politisch aber "nicht gestaltbar und er ist auch mit unabsehbaren Risiken behaftet. Es macht daher wenig Sinn, über derartige Austrittszenarien öffentlich zu fabulieren", wird er in einem Interview mit der Tiroler Tageszeitung zitiert.

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Die Lage rund um die Schuldenkrise sei "keine einfache". Die Probleme seien vielschichtig und das Stimmengewirr "etwas zu lautstark". Die Fragen um Griechenland verlangten eine ruhige Hand. Der für September erwartete Troika-Bericht werde Feststellungen treffen, in deren Licht man dann Entscheidungen vorbereiten müsse. Sich jetzt mit der Frage zu beschäftigen, ob und wie ein Land aus der Eurozone ausgeschlossen werden könnte, "das halte ich für nicht zweckdienlich", so Juncker.

Kritik übte der Christsoziale Juncker, der derzeit in Tirol einen Urlaub verbringt, an den kürzlich getroffenen Äußerungen von Außenminister Spindelegger: "Ich würde mich als österreichischer Politiker sehr zurückhaltend äußern. Es ist im allgemeinen Bewusstsein, wie hochgradig ungerecht im Schnellverfahren beschlossene Drohungsmechanismen wirken können. Als jener Premierminister, der Österreich als erster nach den Sanktionen besucht hat, kann ich mich genau an das Trauma erinnern. Man muss nicht unbedingt in derartiger martialischer Rhetorik vorgehen, wenn man sich mit einem zugegeben schwächelnden Land wie Griechenland beschäftigt."

Er sehe keinen Griechenland-Austritt. Vielleicht würden sich einige Banken und Versicherungen auf ein derartiges Szenario einzustellen versuchen. Das sei Vorbereitungsarbeit, die nicht notwendig sei. "Es wird nicht passieren. Es sei denn, Griechenland verletzt alle Auflagen und hielte sich an keine Vereinbarung", meinte Juncker und fügte hinzu: "Weil ich aber davon ausgehe, dass Griechenland versuchen wird, seine Anstrengungen zu verdoppeln und die gesteckten Ziele zu erreichen, gibt es keinen Grund, davon auszugehen, dass dieses Ausstiegsszenario relevant werden kann."

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