GroupGroupCombined ShapePage 1Page 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Zwei Tote bei Zusammenstößen in Palästinensergebieten

Wütende Proteste gegen die USA und Israel
Wütende Proteste gegen die USA und Israel ©APA (AFP)
Aufruhr im Heiligen Land: Nach der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA sind bei Unruhen in Jerusalem und den Palästinensergebieten zwei Palästinenser getötet worden. Mindestens 760 Menschen sollen verletzt wurden sein, rund 260 davon erlitten Schusswunden, die Mehrheit durch Gummimantelgeschoß. Die meisten Palästinenser wurden durch Tränengas verletzt.

Ein Krankenhaus in der Stadt Gaza gab am Freitag bekannt, eine Person sei an ihren Verletzung gestorben. Zuvor hatten israelische Soldaten an der Grenze zu Gazastreifens einen Mann erschossen.

Die israelische Armee erklärte, Hunderte Palästinenser hätten Steine auf Soldaten geworfen und über die Grenze hinweg brennende Reifen gerollt. Die Soldaten hätten gezielt auf zwei Hauptverantwortliche geschossen. “Es wurden Treffer bestätigt.”

Die radikal-islamische Hamas hatte für Freitag zum Beginn eines neuen Palästinenseraufstands aufgerufen. In Jerusalem, dem Westjordanland und dem Gazastreifen gingen nach den Freitagsgebeten Tausende Palästinenser auf die Straße. Vor allem Jugendliche verbrannten amerikanische Flaggen und setzten Reifen in Brand, warfen mit Steinen und Flaschen auf israelische Sicherheitskräfte.

“Heute, am 30. Jahrestag der ersten Intifada (Palästinenseraufstand), erhebt sich unser Volk in Ablehnung gegen die Erklärung von Trump”, sagte Ahmad Bahar, ein führender Hamas-Vertreter, während der Gebete am Freitag in Gaza. “Jerusalem ist die Hauptstadt Palästinas und auch die Hauptstadt der Araber und Muslime.” Auch in anderen muslimischen Ländern gingen die Menschen aus Protest gegen die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump auf die Straße, etwa in Ägypten, Jordanien, im Libanon und in Tunesien.

Teilnehmer von Kundgebungen in der Türkei schwenkten palästinensische Flaggen und skandierten Parolen wie “Mörder USA”. Im Iran verbrannten Demonstranten US-Flaggen. Der tunesische Präsident Beji Caid Essebsi bestellte den US-Botschafter ein.

In Europa organisierte die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs nach eigenen Angaben in 14 EU-Hauptstädten Aktionen vor US-Botschaften und Parlamenten und machte den Status Jerusalems zum Thema der Freitagspredigt in ihren Moscheegemeinden. In Wien demonstrierten rund 700 Personen vor der US-Botschaft gegen die Entscheidung Trumps.

Die Palästinenser gingen diplomatisch auf Distanz zu den USA. Nach der Entscheidung Trumps wird Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas nach Angaben von Fatah-Vertretern US-Vizepräsident Mike Pence nicht wie geplant in Bethlehem treffen. “Dieses Treffen wird nicht stattfinden”, sagte der ehemalige Sicherheitschef Jibril Rajoub in einem Fernsehinterview. “Ich sage, im Namen der Fatah, dass wir keinerlei US-Vertreter in den Palästinensergebieten treffen werden.”

Pence habe Abbas am 19. Dezember in Bethlehem treffen wollen, sagte Rajoub. Die BBC berichtete, die USA hätten die Palästinenser vor einer Absage des Treffens gewarnt. Abbas’ Sprecher sagte dem arabischen Sender Al-Jazeera am Freitag zu der Warnung: “Jerusalem ist wichtiger, als jedes Treffen mit Pence oder irgendeinem anderen amerikanischen Vertreter.” Der Großimam der ehrwürdigen Al-Azhar in Kairo sagte aus Protest ebenfalls ein Treffen mit Pence ab.

Israel möchte nach Medienberichten nun den Bau von Siedlerwohnungen vorantreiben. 14.000 neue Wohnungen sollen entstehen, davon 6.000 in Ost-Jerusalem, berichtete die Zeitung “Maariv”. Das wäre der erste große Entwicklungsplan in Ost-Jerusalem in den vergangenen 20 Jahren, schrieb die “Times of Israel”.

Angesichts der befürchteten Eskalation der Gewalt in der Region kam der UNO-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Dabei musste die USA massive Kritik aller 14 anderen Mitglieder des Gremiums einstecken. Die Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, stelle einen “gefährlichen Präzedenzfall” dar, sagte etwa Ägyptens UNO-Botschafter Amr Abdellatif Aboulatta.

Die Botschafter von Großbritannien, Italien, Schweden, Italien und dem derzeit nicht im Sicherheitsrat vertretenen Deutschland teilten nach der Sitzung am Freitag in New York in einer gemeinsamen Erklärung mit, die Entscheidung sei “nicht in Übereinstimmung mit UN-Resolutionen” und “nicht hilfreich in Hinsicht der Aussichten auf Frieden in der Region”.

US-Botschafterin Nikki Haley hatte die Entscheidung zuvor verteidigt. “Unsere Handlungen sollen das Ziel des Friedens voranbringen”, sagte Haley. “Ich verstehe die Sorgen der Mitglieder, die die Sitzung beantragt haben. Veränderung ist schwierig, aber wir sollten nie infrage stellen, was die Wahrheit erreichen kann.” Die US-Regierung fühle sich dem Friedensprozess für den Nahen Osten weiter zutiefst verpflichtet – “und wir glauben, dass wir dem Ziel näher sein könnten als je zuvor”. In einem Seitenhieb auf die Vereinten Nationen kritisierte Haley, dass diese dem Friedensprozess “mehr Schaden” zugefügt hätten, als ihn voranzubringen.

Israel hatte 1967 im Sechs-Tage-Krieg unter anderem Ost-Jerusalem von Jordanien erobert und annektierte den Stadtteil später. Die internationale Gemeinschaft erkennt diesen Schritt nicht an. Die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem als Hauptstadt für einen künftigen unabhängigen Staat Palästina. Israel beansprucht die ganze Stadt für sich. Die Altstadt mit der Klagemauer und dem Tempelberg liegt in Ost-Jerusalem.

(APA/dpa)

Fill 1Created with Sketch. zurück zur Startseite
  1. VOL.AT
  2. Politik
  3. Zwei Tote bei Zusammenstößen in Palästinensergebieten
Kommentare
Noch 1000 Zeichen