Irakische Armee befreit vom IS versklavte Elfjährige

Die irakische Armee hat eine elfjährige Yezidin befreit, die vor knapp drei Jahren von Kämpfern der Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” verschleppt und als Sklavin verkauft wurde. Das Mädchen sei 2014 gemeinsam mit seinen Schwestern und seiner Mutter aus dem Dorf Koscho nahe der Yeziden-Hochburg Sindschar entführt worden, berichtete die irakische Polizei am Freitag.

Sicherheitskräfte hätten das Kind am Donnerstag im westlichen Stadtviertel Tanek in Mosul befreit. Die yezidische Abgeordnete Vian Dachil bestätigte den Fall. Das Mädchen sei acht Jahre alt gewesen, als es am 15. August 2014 verschleppt wurde. Zunächst sei es nach Tel Afar gebracht und dann nach Mosul verkauft worden. Die Befreiung des Kindes sei sorgfältig vorbereitet worden. “Die, die diese Kinder entführen, sind Monster”, sagte ein Polizeisprecher.

Die Yeziden sind eine Minderheit im Irak. Der IS hatte im Sommer 2014 weite Regionen Syriens und des Irak erobert. Im Norden des Irak wurden tausende männliche Angehörige der Volksgruppe der Yeziden getötet, Frauen und Mädchen entführt und als Sex-Sklavinnen missbraucht. Schätzungen zufolge leben noch immer etwa 3.000 von ihnen in IS-Gefangenschaft.

Die Angehörigen der kurdischsprachigen religiösen Minderheit werden von den Jihadisten als Teufelsanbeter verfolgt. Die USA stuften die Verfolgung der Yeziden durch den IS als Völkermord ein.

Der IS hatte Mosul im Sommer 2014 unter seine Kontrolle gebracht. Im Oktober vergangenen Jahres begann die irakische Armee mit Unterstützung der US-geführten Militärkoalition eine Großoffensive, um die Stadt zurückzuerobern. Ende Jänner nahmen die irakischen Truppen den Ostteil der Stadt ein.

Mit einer weiteren Offensive wollen sie die IS-Kämpfer nun auch vollständig aus West-Mosul vertreiben. Die Vereinten Nationen schätzen, dass sich dort eine weitere halbe Million Zivilisten aufhält.

(APA/ag.)

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