ImPulsTanz-Festivals: Jan Fabre mit “I am a mistake” im Leopold Museum

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Jan Fabre bei seiner Soloperformance im Leopold Museum
Jan Fabre bei seiner Soloperformance im Leopold Museum - © Karolina Miernik
Der belgische Altmeister Jan Fabre hat sich zum Auftakt des diesjährigen Wiener ImPulsTanz-Festivals für eine Soloperformance im Leopold Museum eingefunden.

Auf drei Ebenen des Museums, wo derzeit auch eine Ausstellung zu seinem Oeuvre läuft, wurde daraus letztlich aber ein ziemlich ermüdender Zungenkampf, der den Titel “I am a mistake” ad absurdum führte.

ImPulsTanz 2017: Fabres mit Soloauftritt im Leopold Museum

Dass man bei einer Fabre-Performance nie so genau weiß, worauf man sich einlässt, wurde schon zu Beginn deutlich. In der zentralen Eingangshalle des Museums stapelten sich die Besucher mehr übereinander, als dass sie nebeneinander Platz fanden. An den Wänden lehnend, am Boden und auf den wenigen Sesseln sitzend, wurde so eine an der Wand befestigte Leinwand in die Mitte genommen. Die darauf projizierten Videoaufnahmen sollten noch wichtig werden, denn das Gezeigte war zunächst von eher unscheinbarer Natur.

So betrat Fabre von vielen Anwesenden zunächst wohl unbemerkt den Raum, hatte zwei überdimensionale, gräuliche Ohren an seinem Kopf befestigt und stellte sich mit dem Gesicht zur Wand. “I am a mistake, because I am a stupid dwarf”, entfuhr es dem 58-jährigen Künstler. Und auch, sehr lautstark: “Hi-ha, hi-ha!” In einem langsamen Rhythmus wiederholte sich das Spiel, umschwirrten ihn dabei zig Kamerateams, wovon eines davon auch die Bilder für diesen Abend lieferte, und durchschritt Fabre ruhigen Schrittes die dichten Reihen, um sich seinen nächsten Spot zu suchen.

“I am a mistake, because I’m my worst enemy”

Zu verstehen waren die wechselnden Sätze (etwa auch: “I am a mistake, because I’m my worst enemy” oder “I am a mistake, because I don’t like fashion”) meist nur dann, wenn sich Fabre in nächster Nähe befand. Grund dafür war neben der schwierigen Akustik in der hohen Halle auch das einsetzende Gemurmel des Publikums, das sich im Verlaufe des Abends noch weiter steigern sollte. Fokus auf den Künstler? Schien hier sukzessive nur noch eine Nebensächlichkeit.

Das durchkreuzte Fabre insofern, als er nach einer knappen halben Stunde den Gang in die unteren Ebenen antrat. Langsam und leicht amüsiert folgte seine Entourage, wiederholte sich der Vorgang nun zwischen Frauenbildnissen vom Biedermeier bis zur frühen Moderne, bis ein Bruch folgte. Die schon bei der ImPulsTanz-Pressekonferenz angekündigte “attraktive österreichische Freundin”, die Fabre für diese Performance suchte, hat er offenbar gefunden. Und so wurde nach dem Satz “I am a mistake, because I like to kiss austrian women” der blonden, jungen Frau – gekleidet in einem Dirndl – die Zunge in den Hals gesteckt. Die sehr intensiven Liebkosungen im französischen Stil sollten eine gute Stunde andauern.

Sich auf den Bänken wälzend, langsam die Stufen hinauf und hinunter steigend, den Vorplatz des Museums kurz abschreitend und letztlich in einem Damenklo verschwindend, ließen die beiden Protagonisten nicht mehr voneinander ab. Immer weniger verfolgten das aus nächster Nähe, neben anhaltenden Abwanderungserscheinungen machten es sich einige schlicht vor den diversen Übertragungen dieses eigenwilligen Duells gemütlich. Anders wäre die ermüdende und letztlich reichlich langweilige Angelegenheit auch kaum durchzustehen gewesen. Der Kern des Ganzen blieb gut verbogen. Dass Fabres Solos stets nur einmal gegeben werden, es muss ja kein Nachteil sein.

(APA/Red.)

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