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Im Slamlabor brodelten die poetischen Reagenzgläser

Um die Trophäe in Form eines sechs Kilogramm schweren Steins wurde vergangenen Samstag auf der Kulturbühne in Götzis gekämpft.
Um die Trophäe in Form eines sechs Kilogramm schweren Steins wurde vergangenen Samstag auf der Kulturbühne in Götzis gekämpft. ©Emir T. Uysal
Internationales Line-up und „5000 Spartaner“ beim zweiten Slam Ambach in Götzis.
Slam Ambach Nr. 2 (2017)

Götzis Hier wird Sprachkunst gelebt: Mehrere Tage tourte Slamlabor-Gründer Lukas Wagner mit acht talentierten Poeten durchs Land. Nach den Literaturtagen in Lech, dem Slam Vaudeville in Lindau und Rock On in Salzburg stand die Kulturbühne am Programm. Das Besondere dabei: Neben Jay-Man (Allgäu), Felix Kaden (Erlangen), Stella Reiss (Erlangen), Peter Fitz (Lustenau) sowie Titelverteidiger Maurice Massari (Passau) feierten gleich vier Poeten auf der Vorarlberger Bühne ihr Debüt: Maron Fuchs (Bamberg), Julius Keinath (Konstanz), Barbara Gerlach (Nürnberg) und der österreichische Vize-Meister Simon Tomaz (Wien). Und die Trophäe? Ein Stein – ein sechs Kilogramm schwerer Brocken mit einer Slamlabor-Prägung, der nur darauf wartete, erkämpft zu werden.

Achterbahn der Gefühle
In gewohnter Manier heizte Wagner dem Publikum ein. Dieses begrüßte mit tosendem Applaus die Künstler. „Wow, das klingt fast so, als grölten hier 5000 Spartaner“, zeigte sich der Veranstalter erfreut. Zwischen Lachen und Weinen und vielen Texten, die durch ihre empörende Art zum Nachdenken anregten, schafften es Fuchs, Tomaz, Keinath und Massari ins Finale. Letzterer sezierte die Dichtkunst auf untypische Weise: Zunächst tanzte das Wasser in allen Farben und die Luft schmeckte nach Salz – dann wurden Gedankengänge mit Fäkalien verglichen. Aber auch das sei „Poesie“. Tomaz, seit acht Jahren Single, hat es mit Online-Dating versucht. „Man darf nie ehrlich sein“, gab er als Ratschlag mit. Wenn man sich erst kennenlernt, dann soll man seinen fanatischen Glauben an „seine Nudeligkeit – das Spaghettimonster“ verschweigen. Keinath setzte schamlos einen drauf: „Lehrer! Diese hochgebildeten, im Stil der 80er-Jahre gehaltenen Psychopathen, die nur daran interessiert sind, ob alle ihre Hausaufgaben gemacht haben.“ Und Fuchs hatte genug. Genug, falschen Idealen zu folgen, genug, aus Höflichkeit zu lügen … Mit ihrer authentischen Art überzeugte sie die Jury auf ganzer Linie. Mit dem Satz „Ich bin nicht perfekt – aber perfekt genug!“ holte sie sich den Titel und die steinerne Auszeichnung nach Hause. ETU

Video zum zweiten Slam Ambach:

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