Im Pfändertunnel wird gesprengt

Von Simon Vonbank
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Mit Öffnung der zweiten Röhre sollen die Staus zumindest deutlich reduziert werden. Mit Öffnung der zweiten Röhre sollen die Staus zumindest deutlich reduziert werden. - © VOL.AT/Roland Paulitsch
Bregenz, Lochau – Ausgerechnet während der Urlaubszeit wird die alte Pfändertunnelröhre für Sanierungsarbeiten gesperrt. Viele ärgern sich über diese Vorgehensweise. Projektleiter Wanker von der ASFINAG erklärt, warum diese Schließung jetzt erfolgen musste.

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Vor rund zwei Wochen wurde die zweite Pfändertunnelröhre für den Verkehr freigegeben und gleichzeitig die erste Röhre für Sanierungsarbeiten geschlossen. Die ASFINAG hat sich zum Ziel gesetzt innerhalb von einem Jahr und mit einem Budget von 27 Mio. Euro die 32 Jahre alte Röhre zu sanieren und technisch auf den Stand der neuen Röhre zu bringen. „In den ersten zwei Wochen haben wir bereits sämtliche Lüftungssysteme ausgebaut, sowie Beleuchtung und technische Sachen wie etwa die Kameras“, erklärt Projektleiter Christoph Wanker. Bis Ende Jahr wird der Tunnel baulich saniert. So wird die Tunnelentwässerung verbessert, eine neue Betonschicht an die Wand aufgetragen und der komplette Fahrbahnbelag erneuert. Auch sind Sprengungsarbeiten notwendig. Von den insgesamt 15 Verbindungstunneln sind erst 11 fertiggestellt. Bei den anderen vier müssen noch jeweils rund 10 Meter gesprengt werden. Das kann aus Sicherheitsgründen erst jetzt erfolgen. Anschließend werden auch die Löschwasserleitungen, die gesamte Elektroversorgung und sämtliche Sicherheitsmechanismen erneuert.

Kapazitätsgrenzen überschritten

„Die Kapazitätsgrenzen von 25.000-28.000 Fahrzeugen pro Tag und Tunnel sind schon lange überschritten“, erklärt Wanker. Das spiegelt sich auch in den beinahe täglichen Staus wieder. Wenn beide Röhren in Betrieb sind verdoppelt sich diese Kapazität. Rechnerisch müsste dadurch die Stauproblematik beseitigt oder zumindest deutlich vermindert werden.

Sperre in Urlaubszeit

Viele stellen sich die Frage, warum die zweite Röhre ausgerechnet während der Urlaubszeit gesperrt wurde. „Das Ziel ist möglichst schnell die erhöhte Kapazität zur Verfügung zu stellen“, so Wanker. Für die Sanierung muss die Röhre jedoch mindestens ein Jahr am Stück gesperrt werden. Dadurch spielt es keine Rolle ob dies im Sommer oder im Winter geschieht. „Außerdem ist die Zahl der Fahrzeuge die durch den Tunnel fahren im Winter nicht markant weniger als im Sommer“, verdeutlicht Wanker. Zudem komme noch der Gewohnheitsaspekt. Aus Sicherheitsgründen sei es sinnvoller den gewohnten Rhythmus beizubehalten. Wenn beide Tunnel gleichzeitig geöffnet werden, benötigt es ein zusätzliches Genehmigungsverfahren, da für jeden Tunnel eine Betriebsbewilligung vorhanden sein muss. Aus diesem Grund wurde die Schließung der alten Röhre parallel mit der Eröffnung der neuen Röhre durchgeführt. Ab Juli 2013 werden beide Tunnel für den Verkehr freigegeben.

(SVO)

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