5. Februar 2012 20:50; Akt.: 5.02.2012 20:50

Katzen verschwinden im Rheindelta

In letzter Zeit verschwinden im Rheindelta sehr viele junge Katzen. In letzter Zeit verschwinden im Rheindelta sehr viele junge Katzen. - © REW
Rebecca WinkensGemeindereporter

Höchst/Gaißau/Fußach. In den vergangenen Wochen und Monaten sind im Rheindelta außergewöhnlich viele Katzen wie vom Erdboden verschluckt. Auch eine Familie aus Brugg vermisst ihre Katze: „Unsere neun Monate alte Katze ist seit zwei Wochen vermisst! Sie war noch nie eine große Abenteurerin und nicht viel draußen. Und wenn, war sie spätestens am Abend immer wieder zu Hause. Am 22. Jänner aber nicht.“ Damit ist sie kein Einzelfall: In den letzten drei Wochen wurden beim Tierschutzverein über 10 Katzen als vermisst gemeldet, fast alle waren noch relativ jung. Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich weit höher, da viele ehemalige Katzenbesitzer nur im kleinen Kreis suchen und das Verschwinden nicht melden. Woran es liegt, dass die Zahl derzeit so hoch ist, darüber kann nur spekuliert werden.
Die einfachste Ursache wäre: die Katzen sind schlichtweg entlaufen. Andere natürliche Gründe könnten Autounfälle oder andere Tiere sein. Beispielsweise gibt es herumstreunende Hunde, welche Katzen jagen und tatsächlich töten. Hin und wieder kommt es außerdem vor, dass Katzen sich beim Erkunden der Welt in einen Keller wagen und dort versehentlich eingesperrt werden.
Allerdings gibt es bei letzter Möglichkeit leider auch die Version, bei der das „versehentlich“ wegfällt: „In einem Fall hat man einer Familie die Katze gefangen, die dann einige Tage später in einen Hasenstall gesperrt wieder aufgetaucht ist“, erzählt Gunnar Alge vom Tierschutzverein Rheindelta. Er ist schon seit drei Jahren für vermisste und zugelaufene Tiere, hauptsächlich Katzen, zuständig. In dieser Zeit hat er schon vieles gesehen und erlebt. „Es gibt Menschen, die Katzen töten, einfach nur, weil sie sie nicht mögen. Manche können es nicht ertragen, wenn eine Katze in ihren Garten macht. Die sind dann teilweise bereit, Katzen zu fangen, meistens mit Marderfallen, und im besten Fall an einem anderen Ort freizulassen, oder eben zu töten.“ Auch vermeintliche Tierliebhaber, die scharenweise Katzen sammeln und behalten seien zwar selten, kämen allerdings vor.
Von solchen Thesen hält Karl-Heinz Hanny von der Tierrettung nicht viel. Er glaubt nicht an Katzenfänger und schon gar nicht an Katzentöter. Seiner Meinung nach liegt die Ursache in den „Flegeljahren“: „Mit ungefähr einem halben Jahre meinen viele Katzen, ihr Revier verlassen zu müssen, unabhängig davon, wie gut sie es bei ihren eigentlichen Besitzern hätten“, so Karl-Heinz Hanny. Das eigentliche Problem ortet er bei den neuen und alten Besitzern. Der größte Teil der Katzen, die in Vorarlbergs Haushalten leben, seien irgendwann einmal zugelaufen, meint der Tierretter. „Trotzdem werden diese zugelaufenen Katzen nicht gemeldet oder ins Tierheim gebracht.“
Darauf, dass sie woanders zugelaufen sind und es dort gut haben, hoffen auch die Besitzer der über zehn im Rheindelta verschwundenen Katzen. Aber am liebsten wäre es natürlich allen, wenn ihre Lieblinge einfach wieder auftauchen würden.


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