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Heuer 8.168 Bewerber für 1.530 Medizinstudienplätze

Etwas weniger Bewerber als 2011 traten zu den Aufnahmetests an. Etwas weniger Bewerber als 2011 traten zu den Aufnahmetests an. - © APA
8.168 Bewerber sind am Freitag zum Mediziner-Eignungstest angetreten, um einen der 1.530 Medizin-Anfängerstudienplätze in Wien, Innsbruck und Graz zu ergattern.

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Das sind etwas weniger als 2011 (8.739). Die Ergebnisse der Tests werden Ende Juli bzw. Anfang August feststehen. 75 Prozent der Plätze sind für Bewerber mit österreichischem Maturazeugnis reserviert, 20 Prozent für Bewerber aus EU-Mitgliedstaaten und fünf Prozent für jene aus anderen Ländern. Derzeit verwenden die Medizin-Unis Wien und Innsbruck den sogenannten Eignungstest für das Medizinstudium (EMS), die Medizin-Uni Graz ein eigenes Verfahren. Ab kommendem Jahr soll es neue, einheitliche Testverfahren geben.

Hallen von Medizin-Aspiranten

In Wien sind 4.352 der 5.419 angemeldeten Bewerber erschienen, um in zwei der riesigen Hallen am Messe-Gelände um einen der 740 Anfänger-Studienplätze an der Medizin-Uni zu rittern. Der EMS soll ähnlich einem Intelligenztest die intellektuellen Fähigkeiten aus zehn Bereichen abfragen, etwa Merkfähigkeit von Texten und Figuren, Interpretieren von Tabellen oder räumliches Vorstellungsvermögen. Er wurde in der Schweiz entwickelt und wird in Österreich von den Medizin-Unis Wien und Innsbruck eingesetzt. Heuer gab es dort zudem erstmals einen Test zur Feinmotorik für jene, die sich für die Zahnmedizin-Plätze bewerben.

Bereits im Vorfeld hatte die Ankündigung für Aufregung gesorgt, dass die Testergebnisse an der Medizin-Uni Wien diesmal nach Geschlechtern getrennt ausgewertet werden sollen. Das kann dazu führen, dass trotz identer Punktezahl beim Test Frauen eine höheren Testwert als Männer aufweisen und deshalb einen Studienplatz bekommen. “Das ist kein Frauenbonus”, betonte Vizerektorin Karin Gutierrez-Lobos, dieses Vorgehen solle lediglich Testfairness garantieren. Immerhin hätten sich bisher durchschnittlich 55 Prozent Frauen beworben, aber nur etwa 45 Prozent die Aufnahme geschafft. Die HochschülerInnenschaft (ÖH) an der Medizin-Uni läuft gegen die geschlechtsspezifische Auswertung Sturm und will im Falle von Rechtswidrigkeit Testteilnehmer, die wegen der neuen Auswertungsmethode nicht zum Zug kommen, beim Gang vor Gericht unterstützen.

Reger Andrang auch in Innsbruck

An der Medizin-Uni Innsbruck sind von den 2.774 Angemeldeten für die Fächer Human-, Zahn- und Molekulare Medizin 2.130 tatsächlich zum EMS angetreten. Für die drei Fächer stehen 430 Plätze für Studienanfänger zur Verfügung (360 Human-, 40 Zahn- und 30 für das Bachelorstudium Molekulare Medizin). Um die 360 Human-Medizin-Plätze ritterten 1.915 Kandidaten, 174 traten für die 40 zu vergebenden Zahnmedizin-Plätze an. Für die 30 Plätze im Bachelorstudium Molekulare Medizin bewarben sich 41 Teilnehmer.

An der Medizinischen Universität Graz sind am Freitag von den 2.006 zum Auswahlverfahren angemeldeten Kandidaten für die Fächer Human- und Zahnmedizin sowie Pflegewissenschaft 1.748 Personen (davon 1.686 für Human- und Zahnmedizin) und damit etwas weniger als im Vorjahr (1.766) tatsächlich zum Test in der Grazer Stadthalle erschienen. In Human- und Zahnmedizin stehen 360 Anfängerstudienplätze zur Verfügung. Für die 144 Anfängerplätze zum Bachelor-Studium Pflegewissenschaft sind bei 91 Anmeldungen nur 62 Kandidaten angetreten.

Das in Graz entwickelte Aufnahmeverfahren unterscheidet sich – noch – von jenen in Wien und Innsbruck: Bei den insgesamt drei Tests wird medizinrelevantes Grundlagenwissen auf Mittelschulniveau und Textverständnis bewertet und mit dem “Situational Judgement Test” auch die psychosoziale Kompetenz beurteilt. Bewerber für Zahnmedizin mussten auch noch einen Test über ihre praktischen Fähigkeiten absolvieren.

Künftig soll es laut Gutierrez Lobos ein gemeinsames Aufnahmeverfahren an allen drei Medizin-Unis geben. Es sei “anzunehmen”, dass der EMS in der jetzigen Form damit Geschichte ist. Wie die Aufnahme dann aussehen wird, ist allerdings noch offen. “Es könnte auch etwas ganz anderes sein, etwa ein mehrstufiges Verfahren, damit man die sozialen Kompetenzen besser abfragen kann.” Ziel sei jedenfalls, dass ein neuer Test mehr Chancengleichheit bringt.

(APA)

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