Heimische Industrie erhielt im November deutlich Rückenwind

Größere Exportnachfrage, mehr Beschäftigte und Produktionsausweitung
Größere Exportnachfrage, mehr Beschäftigte und Produktionsausweitung - © APA (epa)
Die Industriekonjunktur in Österreich hat kurz vor dem Jahreswechsel deutlich an Fahrt gewonnen. Die Erholung des Sektors beschleunigte sich nach Einschätzung der Bank Austria klar, der entsprechende EinkaufsManagerIndex kletterte auf den höchsten Wert seit über fünf Jahren. Die Exportnachfrage zog an, der Beschäftigungsanstieg war der stärkste seit 2011, das Tempo der Produktionsausweitung wuchs.

Die heimischen Industriebetriebe haben laut Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer im November starken Rückenwind aus dem Ausland erhalten. Die deutlich verbesserte Auftragslage habe zu Produktionsausweitungen geführt, die mehr Personal erforderten, hieß es am Dienstag in einer Aussendung. Auch in den aktuellen Preis- und Lagertrends sei der Aufwärtstrend spürbar.

Vor allem die kräftige Ausweitung der Produktion spiegle die Konjunkturverbesserung wider. Die Aufhellung der Konjunkturstimmung in den letzten Monaten habe die Weichen für mehr Neuaufträge aus dem Inland gestellt, daneben hätten aber auch die Aufträge aus dem Ausland zugelegt, so Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl: “Die Auftragsbücher füllten sich mit Auslandsaufträgen so rasch wie zuletzt vor rund zwei Jahren.” Die Produktionskapazitäten könnten gar nicht rasch genug angepasst werden, sodass die Auftragspolster spürbar anstiegen.

Wegen der besseren Nachfrage hätten die Industriebetriebe ihre Personalkapazitäten dem höheren Produktionsbedarf angepasst. Seit Jahresmitte seien jeden Monat neue Jobs entstanden, im November sei die Beschäftigung im Monatsvergleich so stark gestiegen wie zuletzt vor über fünf Jahren. Der Sektor werde heuer mit 593.000 Leuten mehr beschäftigen als 2015.

Wegen des starken Konjunktur-Rückenwinds hat die Bank Austria ihre Wachstumsprognose für die Industrieproduktion 2016 von 2 auf 2,5 Prozent erhöht – doch würden Unsicherheiten den Ausblick für 2017 belasten. Verwiesen wird etwa auf die Brexit-Entscheidung. Dennoch sei es “erstaunlich”, wie robust sich die Industrieerholung in den letzten Monaten trotz Brexit-Votum gehalten habe, nach dem US-Wahlausgang präsentiere sich der Sektor sogar noch dynamischer.

(APA)

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