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Hass in Buddhas Namen - Wirathu als "Gesicht des Terrors" in Myanmar

Mönch wurde Wirathu schon mit 14 Jahren, gleich nach der Schule.
Mönch wurde Wirathu schon mit 14 Jahren, gleich nach der Schule. ©AP
Der Mann ist Mönch im Namen Buddhas, er trägt ein freundliches Lächeln auf den Lippen, und für seine 49 Jahre hat er auch noch ein ziemliches Bubengesicht. Aber von all dem sollte man sich nicht täuschen lassen. Ashin Wirathu gehört zu den schlimmsten Hasspredigern, die der Buddhismus hervorgebracht hat.
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Der Mönch aus Mandalay, Myanmars zweitgrößter Stadt, wird für viele der Gräueltaten mitverantwortlich gemacht, die in dem südostasiatischen Staat gerade an Muslimen begangen werden.

Vertreibung aller Muslime gefordert

Aus seinem Kloster Masoeyin führt Wirathu seit Jahren gegen den Islam einen Krieg mit Worten der bösesten Art. In seinen Predigten fordert er regelmäßig, alle Muslime aus dem ehemaligen Burma zu vertreiben. Längst nutzt Wirathu auch das Internet für seine Propaganda. Auf Facebook hat er inzwischen mehr als 400.000 Follower. Auch auf Twitter und YouTube ist er aktiv.

Überall die gleiche Leier: Der Islam sei böse, Muslime mordeten und vergewaltigten buddhistische Frauen, sie bekämen zu viele Kinder, sie wollten Myanmar, das ehemalige Burma, islamisieren.

“Buddhas Bin Laden”

Das US-Nachrichtenmagazin “Time” hob Wirathu deshalb schon 2013 auf ihren Titel. Schlagzeile dazu: “Das Gesicht des buddhistischen Terrors”. Andere nennen ihn “Burmas Bin Laden” (“The Guardian”) oder sogar “Buddhas Bin Laden” (“Spiegel”). Dass er als Buddhist ausgerechnet mit dem Gründer eines islamistischen Terror-Netzwerks in eine Reihe gestellt wird, regt Wirathu nicht einmal besonders auf.

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“Ich verteidige nur meine Liebsten”

Wenn der Mönch in Mandalay wieder einmal ausländische Journalisten empfängt – was er häufig macht -, entgegnet er mit sanfter Stimme: “Ich verteidige nur meine Liebsten. Ich warne die Leute vor Muslimen. Wie ein Hund, der bellen würde, wenn sich Fremde ihrem Haus nähern. Ich bin wie ein Hund. Ich belle.” Tiervergleiche mag der Mann im orangefarbenen Gewand sehr.

Muslime mit Tieren verglichen

In Wahrheit macht Wirathu aber viel mehr. Zur islam-feindlichen Stimmung, die in dem mehrheitlich buddhistischen Land jetzt schon zur Vertreibung von 370.000 Muslimen der Rohingya-Minderheit geführt hat, trug er erheblich bei. Er predigt Sätze wie: “Muslime sind wie afrikanische Karpfen. Sie vermehren sich schnell, sind sehr gewalttätig und fressen sich gegenseitig.” Erst vor ein paar Tagen beschrieb er Rohingya als “Tiere, die mit dem Hintern fressen”.

Zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt

Mönch wurde Wirathu schon mit 14 Jahren, gleich nach der Schule. 2001 trat er der nationalistischen Bewegung 969 bei, die muslimische Geschäfte boykottieren und religionsübergreifende Ehen verbieten lassen will. Zwei Jahre später, noch zur Zeit der Militärdiktatur, wurde er nach gewalttätigen Ausschreitungen gegen Muslime zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. 2010 kam er durch eine Amnestie frei.

“Meine Religion und Rasse zu verteidigen ist wichtiger als Demokratie”

Seither macht er sich als Hassprediger einen Namen. Im Gespräch mit “Time” behauptete er, 90 Prozent von Myanmars Muslimen seien “radikale, böse Leute”. “Meine Religion und meine Rasse zu beschützen ist wichtiger als Demokratie.” Die Hetze verbreitet er auch über eine nationalistisch-buddhistische “Vereinigung zum Schutz von Rasse und Religion”, bekannt unter der Abkürzung Ma Ba Tha. Angeblich hat die Gruppe die Unterstützung von einflussreichen Militärs.

Viele Buddhisten sorgen sich um Ruf der Religion

Mit Buddhas Lehren von Offenheit und Toleranz hat das alles nichts zu tun. Im Vergleich mit anderen Weltreligionen galt der Buddhismus bisher als Glaube, der für extremistische Positionen weniger anfällig ist. Bekanntestes Foto eines buddhistischen Mönchs ist vermutlich immer noch das Bild von Thich Quang Duc, der sich 1963 in Vietnam selbst verbrannte, um gegen Unterdrückung zu protestieren. In Myanmar reihten sich Mönche 2007 in Proteste gegen das Militär ein.

Wegen der jetzigen Bilder sorgen sich viele Buddhisten nun aber um den Ruf ihrer Religion. Der Dalai Lama, der sich gerade wieder einmal in Deutschland aufhält, hielt mit seiner Meinung über das Geschehen in Myanmar auch nicht hinter dem Berg. “Die Menschen, die Muslime schikanieren, sollten an Buddha denken”, mahnte er. “In einer solchen Lage hätte Buddha diesen armen Muslimen definitiv geholfen.”

(APA)

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