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Hannah

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… oder wie ich in den ersten Dezembertagen zur Freiheit kam. Hannah rauchte. Alles bleibt gleich. Von vorne wie von hinten. Auch die Nichtraucherdebatte.

Begonnen hat es mit der ZEIT, die ich Ende November abonnierte, indem ich mich einer klug gesetzten ABO-Werbung aus Entscheidungsschwäche ergeben hatte. Jetzt habe ich sie, die großformatige ZEIT und freue mich jede Woche aufs Entblättern der großen Dicken. So war es auch letzten Donnerstag, als ich im Feuilleton las. “Der Sinn von Politik ist Freiheit”, lautete eine kleine Überschrift, ein Satz von Hannah Arendt. Die Philosophin hatte mir schon vor Jahren imponiert, als ich sie in einer TV-Dokumentation gesehen habe; nicht ob ihrer beredten Intellektualität, sondern weil sie rauchte, kettenrauchte und das mit einer Selbstverständlichkeit und Souveränität, wie ich sie später nur noch bei Helmut Schmidt beobachtete. Wie sie rauchte, wie sie die Asche abtippte, wie sie die Zigarette hielt, zum Mund führte, sie umschloss, sie im Aschenbecher ausmachte und wenig später die nächste anzündete und dazu sprach. Selbstbewusste Freiheit war das, Freiheit ohne Angst.

In der ZEIT wurde ihr Büchlein „Mensch und Politik“ (Reclam 19465).besprochen, ich bestellte den Band (in der Buchhandlung!) und zehre jetzt von ihm. Ich nehme mir die Freiheit über Freiheit zu lesen. Im Vortrag “Freiheit und Politik” steht der zitierte Satz “Der Sinn von Politik ist Freiheit.” Er bleibt mehrere Tage hängen, turnt im Kopf herum. Stimmt das so? Kann das sein?

An einem dieser Tage ergab sich in der Tageszeitung, es war die VN, mit der Schlagzeile eine Fortsetzung des Themas: “Rauchverbot geknickt. Schwarz-Blau für neue Regelung. Unverständnis in Vorarlberg.“ Ach so? Wie schaurig. Der Zanzenberg ist doch auch in Vorarlberg. Ich bin seit Anfang an ein Gegner der US-EU-RaucherInnenvertreibung. Ich war und bin gegen diese Bevormundung, auch wenn Österreich das einzige Land in Europa sein sollte, das sich der zentralen US-EU-Gesundheitsbefehlsausgabe verweigert. „Das ist eine Schande für Österreich“ lese ich im Innenteil. Das finde ich ganz und gar nicht. „Suchtexperten verstehen die Welt nicht mehr“, steht auch da. Haben sie sie jemals verstanden? 300.000 unterstützen die Nichtraucherpetition. Ich nicht. Ich rauche übrigens seit knapp 3 Jahren nicht mehr, bin aber kein Nichtraucher. Wann wird Zucker verboten, wann Fett? Der Vorgang entfacht Diskussion. Freies Sinnieren über Freiheit, Verbot, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung.

Die große Dicke ist wieder da, zum Aufblättern, zum großen Umblättern und zum langen Lesen.

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