Handy am Steuer: 4376 Vorarlberger abgestraft

Von VN/Wolfgang Heyer
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Vor allem Fahrer zwischen 30 und 39 Jahren greifen während der Fahrt zum Telefon. Vor allem Fahrer zwischen 30 und 39 Jahren greifen während der Fahrt zum Telefon. - © BilderBox
Schwarzach - Laut einer KfV-Studie telefoniert jeder Fünfte hierzulande regelmäßig während der Fahrt.

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Für viele ist es nur ein Kavaliersdelikt: Telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung. Österreichweit wurden im vergangenen Jahr allerdings rund 150.000 Fahrer abgestraft. Ein Rekordwert. In Vorarlberg gingen den Verkehrspolizisten 4376 Verkehrssünder ins Netz. Bei 50 Euro Strafe wurden somit insgesamt rund 220.000 Euro einkassiert.

Dabei schlägt sich die Einschränkung der Bewegungsmöglichkeit, die durch das Hantieren mit dem Handy verursacht wird, deutlich auf das Fahrverhalten aus. „Zwar wird die Geschwindigkeit so verringert, die Fahrleistung verbessert sich dadurch aber nicht. Gaspedal und Lenkrad werden abrupter und hastiger betätigt“ weiß Martin Pfanner vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) Vorarlberg. Das Bewusstsein richte sich mehr auf den Gesprächsinhalt als auf den Straßenverkehr.

Auf der Gegenfahrbahn

Außerdem könne bei Fahrern mit Telefon am Ohr festgestellt werden, dass sie bei Abbiegemanövern häufiger auf die Gegenfahrbahn geraten oder über die Randlinien ausscheren. Telefonierende Lenker könnten das Verlangsamen eines vorausfahrenden Fahrzeugs zudem erst wesentlich später erkennen. Die Folge: Auffahrunfälle.

Dramatisch stellt sich vor allem die Situation an Zebrastreifen dar. „Bei Beobachtungen des KfV drosselten über 70 Prozent der Handy-Fahrer weder das Tempo noch hielten sie an, wenn ein Fußgänger am Schutzweg die Straße queren wollte“, erklärt der Experte.

Erschreckender Trend

Und obwohl die Gefahren bekannt sind, ist das Handy am Steuer bei vielen Verkehrsteilnehmern nicht mehr wegzudenken. Eine Studie des KfV legt den erschreckenden Trend offen. Jeder fünfte Vorarlberger telefonierte 2011 regelmäßig im Auto (2010 war es noch jeder zehnte), jeder Vierte las eine SMS während des Fahrens. Zehn Prozent gaben sogar an, Nachrichten mit dem Mobiltelefon zu schreiben und zu verschicken.

Vor allem Fahrer zwischen 30 und 39 Jahren greifen während der Fahrt vermehrt zum Telefon. Im vergangenen Jahr beantworteten 92 Prozent dieser Altersgruppe die Frage, ob sie während der Fahrt telefonieren würden, mit Ja. Bei 60 Prozent der Vorarlberger dauert das Gespräch im Auto bis zu zwei Minuten.

Telefonieren im Stau

Eine Kuriosität in Bezug auf das Telefonieren am Steuer stellen die Stausituationen dar. Bei Stillstand des Fahrzeugs darf der Fahrer telefonieren, ohne eine Strafe fürchten zu müssen. „Erst wenn das Fahrzeug zu rollen beginnt, also wieder Fahrt aufnimmt, ist das Telefonieren am Steuer strafbar“, zeigt Jürgen Wagner vom ÖAMTC die kurzfristige Legalität auf.

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