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Handball: ÖHB-Team hat nach EM-Fehlstart "nichts mehr zu verlieren"

Österreich trifft bei der EM heute auf Frankreich.
Österreich trifft bei der EM heute auf Frankreich. ©GEPA
Für Österreichs Handballmänner wackelt die Mission Aufstieg bei der EM in Kroatien schon nach dem Auftakt gewaltig. Das 26:27 gegen Weißrussland macht die ÖHB-Truppe angesichts der kommenden Partien gegen Frankreich (Sonntag, 18.15 Uhr) und Norwegen (Dienstag) zum krassen Außenseiter. Doch man klammert sich an die Minichance: "Wir haben nichts mehr zu verlieren", meinte Routinier Robert Weber. Auf dem Feld stehen heute auch wieder drei Spieler des HC Alpla Hard: Lukas Herburger, Gerald Zeiner und Robert Weber.

“Minus eins ist sehr bitter”, stöhnte Rückraummann Gerald Zeiner nach der “Finalpartie” gegen die Weißrussen, in der man stets einem Rückstand nachgelaufen war. Ein Sieg schien in Reichweite, aber: “Es waren durch das Spiel einfach zu viele technische Fehler”, wie Zeiner bemerkte. “Und wir haben einfach zu viele Zeitstrafen kassiert, da war es halt auch schwierig, das Spiel zu drehen”. Trainer Patrekur Johannesson gestand “dumme Zweiminutenstrafen” ein. Sechs davon in der zweiten Hälfte.

Abgesehen davon ließ Österreich auch auf den Flügelpositionen und am Kreis aus, gelangen kaum Gegenstoßtore. Weißrusslands Rückraumspieler Wladislaw Kulesch, der sieben Treffer landete, war nur schwer in Griff zu bekommen. Auch einer etwas offensiveren Deckungsvariante nach der Pause war nur zu Beginn Erfolg beschieden. “Nach zehn Minuten in der zweiten Hälfte hat ein bisschen die Kraft gefehlt”, sagte Weber.

“Einstellung und Körpersprache waren top”

Trainer Johannesson, der sich monatelang auf die vermeintliche “Finalpartie” gegen die Truppe seines einstigen Coaches Juri Schewzow vorbereitet hatte, nahm seine Mannen in Schutz: “Einstellung und Körpersprache waren top und deutlich besser als in den Testspielen.”

Ganz ohne Kritik kam freilich auch der Isländer nicht aus. “In wichtigen Phasen hat auch ein bisschen die Disziplin gefehlt”, sprach er zwei missglückte Risikopässe in jener Phase an, an deren Ende der Gegner knapp drei Minuten vor Schluss auf 27:24 davongezogen war.

“Wir geben sicher nicht auf”

Auch, dass zumindest der Start mit dem 38-jährigen Blitzcomebacker Vitas Ziura nicht nach Wunsch glückte, blieb Johannesson nicht verborgen. “Da wollte er vielleicht ein bisschen zu viel zeigen”, befand der langjährige ÖHB-Teamchef. “Aber dann hat er es gut gemacht.” Sehr gut machte es jedenfalls Jungstar Nikola Bilyk, der mit acht Treffern glänzte und zum Mann des Spiels gewählt wurde. “Wir geben sicher nicht auf”, versicherte der Kiel-Legionär.

Weber brachte nicht zuletzt die Erwartungshaltung von außen, aber auch von innen als Mitgrund für den verpatzten Start der in Teilen recht unerfahrenen Truppe ins Spiel. “Vielleicht war der Druck für die Mannschaft einfach zu groß”, meinte der 32-Jährige. “So blöd es klingt: Die Aufgaben gegen Frankreich und Norwegen werden die einfachsten, weil wir nichts zu verlieren haben.” Erst aber galt es, die Niederlage zu verarbeiten. Der Stachel saß auch am Tag danach “ganz tief. Die Enttäuschung kann man nicht so leicht über Nacht wegwischen. Ich habe nur drei Stunden geschlafen.”

Hermann fällt für restliche EM aus

Vor den anstehenden Herkulesaufgaben zunächst gegen den Weltmeister und dann gegen den Vizeweltmeister war für Weber eines klar: “Wir müssen uns ganz auf uns konzentrieren und an uns glauben. Der Mut und der Wille sind das Entscheidende.” Motto: Wir haben keine Chance, also nützen wir sie. Für Johannesson sind die Franzosen, die am Freitag ein hochklassiges Spiel gegen Norwegen im Finish noch drehten, “eigentlich Maschinen”. Seine Hoffnung: “Kann sein, dass sie es wie ein Testspiel nehmen.”

Österreichs Handball-Nationalteam hat bei der Handball-Europameisterschaft in Kroatien einen weiteren Dämpfer erhalten. Der linke Rückraumspieler Alexander Hermann wird für die restliche Endrunde ausfallen. Der 26-Jährige kann aufgrund einer im Spiel gegen Weißrussland erlittenen Knieblessur nicht mehr antreten, teilte Österreichs Verband nach einer Untersuchung am Samstagnachmittag mit.

(APA/Red.)

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