Halbbruder von Nordkoreas Diktator in Malaysia vergiftet

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Kim Jong-nam vergiftet
Kim Jong-nam vergiftet - © APA (AFP)
Der Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un ist offenbar in Malaysia ermordet worden. Die Polizei bestätigte am Dienstag den Tod, ohne Details zu den Umständen zu nennen. Zwei mutmaßliche nordkoreanische Agentinnen hätten Kim Jong-nam am Flughafen von Kuala Lumpur mit präparierten Nadeln vergiftet, meldete der Sender TV Chosun. Die Frauen seien auf der Flucht.

Auch andere Medien berichteten unter Berufung auf Insider in der Führung in Seoul, Kim sei ermordet worden. Regierungsstellen in Seoul konnten für eine Bestätigung der Berichte zunächst nicht erreicht werden.

In malaysischen Regierungskreisen hieß es, die Polizei fahnde nach “den Tätern”. Kim sei im Shopping-Bereich des Flughafens zusammengebrochen, bevor er durch die Passkontrolle gegangen sei. Er sollte demnach ins Krankenhaus gebracht werden und starb auf dem Weg dorthin. Zur Identität des Mannes konnte die Polizei in Malaysia offiziell aber keine Angaben machen.

Der ältere Halbbruder von Kim Jong-un war Mitte 40, verbrachte viel Zeit im Ausland und äußerte sich öffentlich kritisch über die Familiendynastie in seiner Heimat. Einem japanischen Sender sagte er einst, er sei gegen die Weitergabe der Macht von Generation zu Generation. Dennoch hoffe er, dass sein Bruder sein Bestes für das Wohl des nordkoreanischen Volkes tun werde. Kim Jong-nam und Kim Jong-un sind die Söhne des 2011 verstorbenen Machthabers Kim Jong-il, haben aber unterschiedliche Mütter.

Kim Jong-nam soll seinem Onkel nahe gestanden sein, der Nordkoreas zweitwichtigster Mann war, bevor er 2013 im Auftrag von Kim Jong-un hingerichtet wurde. Sonst ist nicht viel über den Halbbruder bekannt. 2001 wurde er an einem Flughafen in Japan mit einem gefälschten Pass aufgegriffen. Er gab an, einen Besuch in Disneyland in Tokio geplant zu haben. Zudem reiste Kim Jong-nam in den vergangenen Jahren nach Hongkong, Macau und China.

(APA/ag.)

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