Vorarlbergs Grüne haben dem Biosprit den Kampf angesagt. - © Symbolbild/Bilderbox
Dass es sich beim E10 nicht gerade um ein Erfolgsmodell handelt, dürfte anhand der Erfahrungswerte aus Deutschland bereits bekannt sein. Dort meiden ihn die Kunden wie der Teufel das Weihwasser. Sicher mit ein Grund ist die Tatsache, dass die Wirkung des Sprits auf Motoren gelinde gesagt ausbaufähig sein soll.
Zu diesen rein technischen Erwägungen gesellen sich nun aber auch ethisch-moralische: Die Welternährungsorganisation FAO schlägt aufgrund absackender Getreide- Reis- und Maisbestände Alarm. Ernteausfälle tragen übriges dazu bei, dass sich die Situation in absehbarer Zeit kaum entspannen wird – ganz im Gegenteil. Es drohen Preisexplosionen ungeahnten Ausmaßes bei Nahrungsmitteln, Experten warnen bereits vor “dem Schlimmsten”. Dass die österreichische Regierung gerade in diesem Moment an die Einführung eines Treibstoffes denkt, der zu einem guten Teil aus Grundnahrungsmitteln hergestellt wird, stößt weitgehend auf Kopfschütteln. Denn wie Vorarlbergs Grüne etwa vorrechnen, verwenden alleine die USA 40% ihrer Maisproduktion zur Herstellung von Ethanol.
Die Partei hat deshalb im Landtag einen Antrag eingebracht. Darin wird die Landesregierung aufgefordert, sich mit Nachdruck bei der Bundesregierung dafür einzusetzen, von der Einführung des Biosprits abzusehen. „Eine verantwortungsbewusste Politik sollte die Energie- und die Verkehrswende fördern, nicht der Agroindustrie“, begründet der Energiesprecher der Grünen, LAbg. Bernd Bösch, sein Nein zu den Plänen des Landwirtschaftsministers Berlakovich zur Einführung des Agrosprits E10. „Vorarlberg soll Bioland werden und nicht auf umweltschädliche Intensivlandwirtschaft setzen.“
„Schon der Begriff Biosprit ist eine Lüge“, wie Bösch betont. „In Wirklichkeit werden beste landwirtschaftliche Flächen für Pflanzentreibstoffproduktion verschwendet, Regenwälder abgeholzt, Grundnahrungsmittel verknappt und verteuert – für die Millionen Menschen, die den Großteil ihres Einkommens für Nahrung ausgeben, auf ein tödliches Niveau. Das hat mit Bio nichts zu tun.“ Für hitzige Debatten im Vorarlberger Landtag dürfte damit gesorgt sein.
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