25. März 2010 06:03; Akt.: 25.03.2010 06:03

Großes Elend im Gaza-Streifen

Die Lebensbedingungen für die 1,5 Millionen Menschen im Gaza-Streifen sind katastrophal. Die Lebensbedingungen für die 1,5 Millionen Menschen im Gaza-Streifen sind katastrophal. - © EPA
Die humanitäre Lage im Gazastreifen verschlimmert sich weiter. Lediglich ein Stopp der israelischen Blockade kann laut UNO noch mehr Elend verhindern.

Die internationale Hilfe genüge den 1,5 Millionen Menschen im Gazastreifen gerade zum Überleben. Diese Hilfe verlangsame nur den weiteren Abstieg des Gazastreifens hin zur unterentwickelten Region, sagte der Chef der UNO-Behörde für humanitäre Angelegenheiten, Philippe Lazzarini. Gegen 80 Prozent der Bevölkerung im Gaza­streifen sei abhängig von der internationalen Hilfe. Es handle sich nicht nur um eine humanitäre Krise, sondern auch um eine massiv unwürdige Situation, sagte der Schweizer Lazzarini.

Radikale gestärkt

Die israelische Blockade stärke die radikalen Palästinenser, zum Nachteil der Moderaten. Die Blockade führe nirgendwo hin. Die im Gazastreifen herrschende Hamas-Bewegung profitiere mit den von ihr kontrollierten Schmuggeltunnels, stellte Lazzarini fest. Fast 1000 Tunnel wurden im Grenzgebiet zu Ägypten gegraben. Material für den Bau sowie Teile für sanitäre und elektrische Anlagen und Fahrzeuge wird nicht durchgelassen. Seit Dezember habe Israel nur einige Dutzend Lastwagen mit Schnittblumen und Erdbeeren durchgelassen, wie OCHA-Chef Lazzarini ausführte. Der Wiederaufbau des Gazastreifens sei ohne Aufhebung der Blockade nicht möglich. Israel will mit der Blockade die radikale Hamas schwächen. Immer wieder werden Raketen auf Israel abgefeuert. Die Opposition in Jerusalem kritisiert Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu scharf. „Die Regierung will den Nahen Osten in Brand setzen“, sagte Eitan Cabel.

USA enttäuscht

Der Streit über die israelische Siedlungspolitik hat ein Treffen von US-Präsident Obama und Netanjahu überschattet. Der Empfang im Weißen Haus fand ohne Pressetermin hinter verschlossenen Türen statt. Anders als bei sonstigen Besuchen wichtiger Politiker durften Fotografen nicht einmal den üblichen Händedruck zwischen Gast und Präsidenten ablichten. Knapp eineinhalb Stunden konferierten die beiden.


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