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Glen Hansard-Konzert in Wien: Ein musikalisches Naturereignis

Der vielseitige irische Musiker Glen Hansard Der vielseitige irische Musiker Glen Hansard - © Conor Masterson
Rundum mitreißend erlebten die Fans das ausverkaufte Konzert des irischen Musikers Glen Hansard in der Wiener Arena. Opulenter Bandsound und intime Klänge wechselten sich bei einem rundum gelungenen Abend ab.

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Am Sonntag gastierte Glen Hansard in der ausverkauften Wiener Arena – und dem Iren bei diesem absolut mitreißenden Konzert nicht zu verfallen, schien unmöglich. Hansard performte ein weiteres Mal in Österreich mit Leidenschaft, Können und großartigen Songs, die live ein erstaunliches Eigenleben entwickelten.

Stürmischer Auftakt zu Wien-Konzert

“Macht euch bereit für den Sturm, er kommt”, hieß es im Opener – tatsächlich folgte ein mitreißendes musikalisches Naturereignis.”The Storm, It’s Coming” interpretierte Hansard zu Beginn der weit über zweistündigen Show alleine am Tasteninstrument. Mächtig erhob sich seine beeindruckende Stimme zur dramatischen Nummer, die das begeisterte Publikum sofort in die Welt des Sängers, Gitarristen und Liedschreibers zog.

Es folgte, quasi als Gegenstück, “Talking With Wolves” im opulenten Bandsound, durchwirbelt von treibenden Gitarrensoli. Da waren sie dann, die Streicher und Bläser, die sich wunderbar an die Gruppe anschmiegten, aber mehrmals auch abwechselnd in den Vordergrund traten.

Glen Hansard und Co. zeigten sich vielseitig

Hansard und seine Kollegen bedienten ein breites Spektrum: “Love Don’t Leave Me Waiting” etwa steigerte sich zum schwungvollen Soul der Marke James Brown, “Philander” zeichnete mit verstörenden Passagen ein bedrohliches Bild einer Trennung, “Bird Of Sorrow” gab es ganz leise und das sonst oft ungeniert tratschende heimische Publikum hörte an diesem Abend tatsächlich zu. Diese Lieder, alle vom Solo-Debüt “Rhythm And Repose”, entfalteten sich besser als auf Platte. Zum Teil anders, trotzdem vertraut, klangen Ausflüge in Hansards Vergangenheit, also Beiträge von The Swell Season und The Frames (umjubelt: “Star Star”).

Tribut an musikalische Wurzeln

Seine Einflüsse muss und will Hansard, der 1970 in Dublin geborene Oscar-Gewinner von 2008 (“Falling Slowly”), nicht verstecken: Van Morrisons “Astral Weeks” brachte er in einer furiosen Version. Ungehemmt gehuldigt wurde auch The Band, deren Arrangement von Marvin Gays “Baby Don’t You Do It” der Ire mit seinen Kollegen im Zugabenteil übernahm. Da war schon längst das starre Konzept eines Konzertes aufgebrochen, wurde mit Gästen wie Folk-Stimme Lisa Hannigan (die das Vorprogramm bestritt) gejammt.

Die gesamte Darbietung war magisch, die Stilmischung hielt Hansard mit seiner Stimme zusammen, die Musiker rockten genauso überzeugend, wie sie intimen Klängen ausreichend Platz ließen. Wenn der Liebeskummer zu groß wurde, half Hansards Humor, der auch bei wiederholten Zwischenrufen eines besonders lästigen Fans nicht verflog: “Du musst Deutscher sein”, scherzte der Ire in dessen Richtung. Glen Hansard überzeugte jedenfalls in Wien auf ganzer Linie.

(apa/red)

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