Gesundheit – Auch Spitalsärzte zu Protestmaßnahmen bereit

Spitäler wollen sich mit niedergelassenen Ärzten solidarisch zeigen
Spitäler wollen sich mit niedergelassenen Ärzten solidarisch zeigen - © APA
Die Ärzte in Österreichs Krankenhäusern stellen sich bei den Protesten gegen die von Bund und Ländern vereinbarten Reformschritte im Gesundheitswesen an die Seite ihrer niedergelassenen Kollegen. Das hat Karlheinz Kornhäusl, stellvertretender Bundeskurienobmann der angestellten Ärzte in der Ärztekammer, am Mittwoch in einer Pressekonferenz erklärt. Was genau geplant sei, legte er nicht offen.

Die niedergelassenen Ärzte planen im Dezember einen “Streik- und Aktionstag” in den Ordinationen. In den Spitälern werde man sich solidarisch zeigen, so Kornhäusl, ohne ins Detail zu gehen. “Sollte die Politik nicht einlenken, werden Sie es alle zum gegebenen Zeitpunkt erfahren”, meinte er nur. Klar sei, dass die Folgen der beiden 15a-Vereinbarungen samt Begleitgesetz die Spitalsärzte ebenso stark träfen wie die niedergelassenen Kollegen.

Die Ärztekammer beklagt die jüngst vereinbarte Deckelung beim Wachstum der Gesundheitsausgaben (es wird von jährlich plus 3,6 auf 3,2 Prozent im Jahr 2021 abgeschmolzen), aber auch, dass die regionale Strukturplanung unter Ausschluss der Standesvertretung geschehen soll. Das Primat von Arztpraxen in der ambulanten Versorgung werde dadurch infrage gestellt, es drohe “anonyme Medizin” und “Staatsmedizin” in großen Versorgungseinheiten.

Eigentlicher Anlass der Pressekonferenz war eine Bilanz nach einem Jahr Ärzteausbildung Neu. Die ersten Absolventen der neunmonatigen Basisausbildung wurden dafür befragt, sie gaben eine Durchschnittsnote von 2,53 auf der Schulnotenskala. Kornhäusl sah hier “noch viel Luft nach oben”, “ein Einser vorne” wäre das Ziel.

Die größten Probleme sehen die Jungärzte in der Fülle der Ausbildungsziele. Kritisiert wurde auch zu viel Systemerhaltertätigkeit und Administration, zu wenig Ausbildung und Feedback. “Bedside Teaching” fand für mehr als zwei Drittel der 223 Untersuchungsteilnehmer selten oder nie statt.

Generell sei die neue Ärzteausbildungsordnung aber “wirklich etwas Gutes” und ein großer Wurf, betonte Kornhäusl. Es liege nun vor allem an den Ausbildnern und den betreffenden Spitalsabteilungen, diese im Sinne der Jungärzte umzusetzen. Die Politik sei gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen.

(APA)

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