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Generalstreik in Griechenland wegen Sparmaßnahmen

Proteste gegen die Sparpolitik in Griechenland sind am Mittwoch eskaliert. Hunderttausende legten mit einem Generalstreik das öffentliche Leben lahm. Am Rande einer Demonstrationen in Athen kam es zu Ausschreitungen. Ministerpräsident Antonis Samaras und Finanzminister Ioannis Stournaras einigten sich unterdessen auf ein rund 11,88 Milliarden Euro schweres Sparprogramm.
Demonstrationen in Griechenland
Weg frei für ESM-Ratifizierung

In Athen gingen nach Angaben der Gewerkschaften mehr als 100.000 Menschen friedlich auf die Straßen. Die Polizei schätzte 50.000 Teilnehmer. Rund 200 Autonome schleuderten Brandflaschen auf die Polizei. Die Beamten setzten Tränengas ein. Nach den Angaben wurden 20 Beamte leicht verletzt. Polizisten nahmen mehr als 100 Personen vorübergehend fest. Acht blieben in Haft.

Im Ausstand waren Lehrer, die Staatsbediensteten und auch die Seeleute. Keine Fähre lief aus dem Haupthafen des Landes in Piräus aus. Sogar Priester gingen auf die Straße vor dem Parlament in Athen, berichteten Augenzeugen. Im Flugverkehr kam es zu Verspätungen wegen einer dreistündigen Arbeitsniederlegung der Fluglotsen.

Ärzte behandelten nur Notfälle, Apotheken blieben geschlossen. Auch die Journalisten legten eine vierstündige Arbeitsniederlegung ein. Viele Geschäfte und Banken waren im Zentrum Athens zu. Die Streiks sind nach übereinstimmenden Schätzungen der Gewerkschaften und der Presse die massivsten seit Februar. Demonstrationen gab es auch in Thessaloniki, auf Kreta und zahlreichen Städten Mittelgriechenlands, berichteten Augenzeugen.

Ungeachtet der Proteste wollte die griechische Regierung von Samaras das Reformtempo erhöhen. Das gewaltige Sparprogramm im Volumen von 11,88 Milliarden Euro soll nun bis Ende dieser Woche von der Koalitionsregierung gebilligt werden, hieß es im Finanzministerium. Nur wenn Athen die weiteren Sparauflagen erfüllt, die von der Geldgeber-Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) geprüft werden, kann die Regierung mit einer weiteren Finanztranche von 31,5 Milliarden Euro rechnen. Andernfalls steht Griechenland vor dem Staatsbankrott.

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