3. Juli 2012 10:58; Akt.: 3.07.2012 10:58

Unfallverhütung im Kindesalter

Vertreter der Partnerinstitutionen mit den Gewinnerfamilien, die bei allen fünf Befragungszeitpunkten mitgemacht haben. Vertreter der Partnerinstitutionen mit den Gewinnerfamilien, die bei allen fünf Befragungszeitpunkten mitgemacht haben. - © www.sicheregemeinden.at
 Vortragsreihe im LKH Bregenz evaluiert – Angebot soll neu gestaltet werden

Unfälle sind im Kindesalter die häufigste Todesursache. Zwar lassen sich nicht alle Gefahren die Säuglinge und Kleinkinder betreffen …ausschalten. Aber zumindest können sie minimiert werden.
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Seit 1995 bietet die Initiative Sichere Gemeinden in Zusammenarbeit mit dem Landeskrankenhaus Bregenz dazu Vorträge für werdende Eltern an, die jeweils im Rahmen der Besichtigung des Kreißsaales stattfinden. Um die Wirkung dieser Präventionsmaßnahme zu überprüfen, führte die Fachhochschule Vorarlberg nun eine Evaluierung durch. 

Im Zeitraum zwischen 2008 und 2011 wurden insgesamt 457 Mütter bzw. Väter vor und nach der Informationsveranstaltung, direkt nach der Geburt sowie zu späteren Zeitpunkten, wenn die Kinder 6 Monate, 1 Jahr und 1,5 Jahre alt waren, befragt. Fazit der Untersuchung: Kurzfristig zeigt der Vortrag einen sehr guten Erfolg. „Die Aufklärung bewirkt, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer direkt danach mehr Unfallgefahren für Kinder benennen können als zuvor. Das trifft auf 26 von 34 genannten Risiken zu“, erläutert Dr. Pascale Roux von der FH Vorarlberg, die die Evaluierung leitete. Viele Teilnehmer hätten die Veranstaltung zudem als sehr hilfreich erlebt.

Langfristig, das heißt nach 6 Monaten bis zu eineinhalb Jahren, ist allerdings kein Vorteil mehr nachweisbar. „Es zeigte sich aber, dass sowohl jene Personen, die eine Informationsveranstaltung besucht haben, als auch jene, die das nicht getan haben, dennoch verschiedene Vorbeugungsmaßnahmen im Alltag umsetzen“, führt Pascale Roux weiter aus. Dazu zählt zum Beispiel die Verwendung von Autokindersitzen und kippsicheren Kinderwagen.
Teilnehmer, die mehrfach befragt wurden, gaben an, dass es hilfreich war, immer wieder einmal an mögliche kindliche Unfallgefahren erinnert zu werden.

Ing. Franz Rein, Geschäftsführer der Initiative Sichere Gemeinden, wertet das Ergebnis als Auftrag, die Vortragsreihe „Hallo…hier bin ich!“ neu zu gestalten. „Die Untersuchung hat gezeigt, dass Information altersbezogen passieren muss“, stellt Rein fest. Außerdem sei es notwendig, in einer Zeit, in der Eltern mit wohlmeinenden Ratschlägen überhäuft würden, Informationen generell auf ihre Kernaussage zu reduzieren. „Weniger ist in dieser Informationsfülle mehr“, so Franz Rein.

Dr. Harald Geiger, Kinder- und Jugendfacharzt in Dornbirn und ebenfalls in die Befragung involviert, sieht die Sache ähnlich. „Informationen zur Unfallprävention müssen Eltern zum richtigen Zeitpunkt, aber wiederholt und dosiert angeboten werden“, betont er. Ansonsten würden sie an Wirkungen verlieren. Es sei zudem wichtig, dass die Information koordiniert erfolge, alle Beteiligten das Gleiche sagen und es sich um abgesicherte Daten handle.

Design der Befragung

Teilnehmer: alle Personen, die zwischen Oktober 2008 und Februar 2011 eine Besichtigung  des Kreißsaales im LKH Bregenz mitmachten und sich zur Teilnahme an der Befragung bereiterklärten. Dann Befragungen zu Unfallgefahren vor und nach der Info-Veranstaltung sowie zu durchgeführten Präventionsmaßnahmen, wenn die Kinder 6 Monate, 1 Jahr und 1,5 Jahre alt waren. Insgesamt gab es 5 Befragungen.

Kontrollgruppe: Teilnehmer ohne Besuch der Informationsveranstaltung, die Mütter wurden direkt nach der Geburt des Kindes befragt, drei weitere Befragungen, wenn die Kinder 6 Monate, 1 Jahr und 1,5 Jahre alt waren, gesamt also 4 Befragungen.

Kinderarztgruppe: Befragt wurden ebenfalls Mütter, die keine Informationsveranstaltung besucht hatten. In dieser Gruppe wurden verschiedene Frauen nur jeweils einmal im Rahmen eines Kinderarztbesuches befragt.

Befragung: Die Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer konnten zu 34 verschiedenen Präventionsmaßnahmen angeben, inwieweit sie diese im Alltag anwenden, ob sie sich über Unfallverhütung informiert haben und wie ihre aktuelle Wohnsituation aussieht.
Das Gros der Befragten waren Frauen, es nahmen aber auch 43 Männer daran teil.

Partner der Aktion sind:
LKH Bregenz, aks Gesundheitsvorsorge, Fachhochschule Vorarlberg, Land Vorarlberg, „Kinder in die Mitte“, ÖAMTC, Familienhotel „Scesaplana“ in Brand



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