12. Februar 2012 17:21; Akt.: 12.02.2012 17:21

Gemeinde Gföhl stimmt gegen buddhistischen Bau

Die Bevölkerung der Waldviertler Gemeinde Gföhl hat dem geplanten buddhistischen Stupa-Bau bei der Volksbefragung am Sonntag eine Absage erteilt. Mit 67 Prozent stimmten etwa zwei Drittel der Wähler der Gemeinde Gföhl im Bezirk Krems gegen das Projekt einer Wiener Stiftung, 33 Prozent sprachen sich dafür aus. Bei einer Wahlbeteiligung von 52 Prozent ist das Ergebnis für den Gemeinderat bindend.


Eine Umwidmung des Grundstücks für die Errichtung eines Sakralbaus wird es somit nicht geben. “Es ist eine demokratische Entscheidung, die wir natürlich akzeptieren”, meinte Elisabeth Lindmayer von der Lotos-Lindmayer-Privatstiftung in einer ersten Stellungnahme. Sie bedankte sich bei ÖVP-Bürgermeister Karl Simlinger und einigen Gemeinderäten für die Unterstützung des Projekts, betonte aber auch, dass seitens der Gegner “sehr viel Hass geschürt” wurde – “in einem Ausmaß, das ich gar nicht mehr für möglich gehalten hätte”, sagte sie zur APA.

Ortschef Simlinger, der für das Vorhaben eingetreten war, teilte im Hinblick auf die Wahlbeteiligung mit, er “begrüße die demokratische Reife der Bürgerinnen”. Die Entscheidung des Volkes sei zur Kenntnis zu nehmen, denn die “Menschen haben immer Recht”.

Mit dem Stupa, der auf einer Anhöhe im Osten Gföhls gebaut werden hätte sollen, war das größte Weltfriedensdenkmal dieser Art in Europa geplant. Neben dem rund 30 Meter hohen Bau mit 20 Metern Durchmesser waren auf dem zwei Hektar großen Areal auch ein Gebäude für Mönche und Parkplätze für Besucher geplant. Jährlich hätte der Stupa 3.000 bis 5.000 Besucher in die Waldviertler Gemeinde locken sollen.

Das Grundstück für den jetzt abgesagten Bau befindet sich bereits im Besitz der Stiftung. Was nun damit geschehen soll, werde man in Ruhe überlegen, so Lindmayer. Ganz aufgegeben habe man die Hoffnung auf ein derartiges Denkmal – wo auch immer – aber noch nicht: “Wenn etwas an uns herangetragen wird, sind wir gerne bereit, uns weiter zu engagieren”, betonte sie.


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