6. November 2008 12:21; Akt.: 6.11.2008 12:21

Gefahren von Schwindel und Ohnmacht

Gefahren von Schwindel und Ohnmacht
Beim Mini-Med-Abend im Wolfurter Cubus ging es um gefährliche Schwindel. Dr. Thomas Marte von der Internen Abteilung des LKH Feldkirch begann mit einer Begriffsbestimmung von Schwindel.

Der Experte stellte gleich fest: „Schwindel ist prinzipiell im medizinischen Sinne ein Symptom und keine Krankheit.“ Definitionsgemäß ist Schwindel eine wahrgenommene Scheinbewegung zwischen sich und der Umwelt - die sich bei Patienten in mannigfaltigen Variationen darstellen kann: Dies reicht von einer Leere im Kopf über Kopfschmerzen, Schwärze vor den Augen, Schwanken, das Gefühl, es würde einem der Boden unter den Füßen weggezogen werden, bis zur drehenden Umwelt. Eines haben alle diese Fälle gemeinsam - fast immer ist das Gleichgewichtsorgan betroffen. Dieses dient der Meldung von Eigenbewegungen, der Orientierung im Raum, der Stabilisierung von Eigenbewegungen sowie der Steuerung von Augen- und Körperbewegungen. Dr. Marte erklärte den Aufbau des Gleichgewichtssystems - das aus dem Gleichgewichtsorgan, den Augen, dem sensiblen System für Berührung und Gefühl und den Ohren besteht. Auch der anatomische Aufbau des Organs im Ohr, das aus Trommelfell und Bogengängen besteht, wurde gezeigt. In diesen Gängen befindet sich eine Flüssigkeit - die bei Bewegung kleine Fortsätze reizt. Diese wiederum bringen über den Gleichgewichtsnerv ein Signal ins Gehirn. „Das Schwindelzentrum ist ein äußerst komplexes System von Nervenfasern“, so Marte.

Schwindel-Ursachen

Bei Schwindel steht meist ein Ausfall des Gleichgewichtsnervs bzw. -organs dahinter. Dr. Marte erklärte den gutartigen Lagerungsschwindel ebenso wie eine Gleichgewichtsnerventzündung - gefährlicher wird es bei der Durchblutungsstörung des Gehirns - dem Schlaganfall. Dr. Philipp Werner von der Neurologie im LHK Rankweil befasste sich mit dem Thema Ohnmacht. Diese ist definitionsgemäß „der kurzzeitige Verlust des Bewusstseins, welcher sehr rasch eintritt und von dem man sich rasch wieder erholt“. 40 Prozent aller Menschen erleiden zumindest einmal in ihrem Leben eine Ohnmacht - vor allem Jugendliche und junge Erwachsene sowie ältere Menschen sind besonders betroffen. Eine Ohnmacht tritt auf, wenn das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird. Ursachen gibt es mehrere - auch sehr gefährliche. Vor allem, wenn im Vorfeld Schmerzen aufgetreten sind, liegt meistens eine gefährliche Situation vor. Wenn ein klarer Auslöser (mangelnde Flüssigkeitszufuhr, langes Stehen) vorliegt, ist eine Ohnmacht bei einem gesunden Menschen meist nicht gefährlich. Anders liegt der Fall bei Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen, auch Lungenerkrankungen können eine Rolle spielen.


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