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Gefährlicher Virus im Kinderhort

Eine Woche lang blieb die Kleinkinderbetreuung in Bregenz geschlossen. Eine Woche lang blieb die Kleinkinderbetreuung in Bregenz geschlossen. - © Steiner
von VN/Marlies Mohr - Bregenz – „Das Gröbste ist ausgestanden.“ Der Bregenzer Stadtarzt Dr. Michael Stockreiter zeigt sich hörbar erleichtert. Tagelang hielt ihn die hochansteckende „Hand-Fuß-Mund-Krankheit“ auf Trab. In der Kleinkinderbetreuung „Villa Wichtl“ in der Mariahilfstraße waren rund 20 der insgesamt 80 Kinder sowie eine Mitarbeiterin an dem hochansteckenden Virus erkrankt.

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Um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern, wurde die Einrichtung vorübergehend geschlossen und gründlich gereinigt sowie desinfiziert. Ab heute soll es dort aber wieder weitergehen mit Spiel und Spaß.

Unklare Zuständigkeit

Was Stockreiter ärgert: Weil die Krankheit nicht meldepflichtig ist, sah sich keine Behörde veranlasst, einzuschreiten. Nun drängt die Stadt Bregenz auf eine Klärung der Zuständigkeit.

Bläschen, die jucken, und Halsschmerzen: Mit diesen, für die Krankheit typischen Symptomen tauchte vergangene Woche ein Kleinkind in der von den „Kinderfreunden“ geführten Betreuung auf. Da der Erreger durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Speichel direkt von Mensch zu Mensch übertragen wird und auch schon kleinste Tröpfchen auf Oberflächen reichen, um eine Infektion zu verursachen, dauerte es nicht lange, bis sich das Virus fast epidemisch fortpflanzte. „Es war das erste Mal, dass die „Hand-Fuß-Mund-Krankheit“ in diesem Ausmaß im Bezirk Bregenz aufgetreten ist“, bestätigte der Amtsarzt der BH Bregenz, Dr. Wolfgang Neutsch.

Gespräche und Empfehlungen

Da es sich jedoch um keine anzeigenpflichtige Erkrankung handelt, blieb es letztlich dem Bregenzer Stadtarzt vorbehalten, entsprechende Maßnahmen zur Eindämmung der Infektion zu setzen. „Weil wir keine Behörde sind, konnten wir aber nichts verordnen“, so Michael Stockreiter. Letztlich reichten allerdings Gespräche mit dem Personal und die ärztlichen Empfehlungen. Alle Kinder wurden nach Hause geschickt, damit sich die erkrankten Mädchen und Buben auskurieren und die anderen die Inkubationszeit von drei bis sechs Tagen abwarten konnten. Dann ging es an die Reinigung der Räumlichkeiten.

Gründliche Desinfektion

Stockreiter instruierte die Kindergartenpädagoginnen penibel genau in Sachen ­Hygienemaßnahmen. Halte­griffe, Böden, Spielzeug aus Hartplastik und die Sanitäranlagen erhielten eine gründliche Desinfektion. Was bei 60 Grad gewaschen werden konnte, wanderte sofort in die Waschmaschine. „Alles ging ohne Zwang“, lobt Stockreiter den guten Willen zur Zusammenarbeit, den die Kindergartenpädagoginnen an den Tag legten.

Nicht immer verläuft die „Hand-Fuß-Mund-Krankheit“, auch „Falsche Maul- und Klauenseuche“ genannt, so glimpflich. Vor allem in tropischen Ländern können die Verläufe schwer sein und sogar zu Meningitis und Herzmuskelentzündungen führen.

Die ,,Hand-Fuß-Mund-Krankheit“

Es handelt sich um eine viral bedingte, weltweit vorkommende, hoch ansteckende und deshalb epidemisch auftretende Infektionskrankheit. Nach einer Inkubationszeit von drei bis sechs Tagen kommt es zu hohem Fieber und Hautausschlag mit Bläschenbildung an den Händen, Füßen sowie im Bereich der Zunge, des Gaumens und der Wangenschleimhaut. Ein Problem ist der starke Juckreiz. Die Bläschen heilen in der Regel nach acht bis zwölf Tagen ohne Krustenbildung ab. Eine Therapie ist derzeit nicht möglich und in den meisten Fällen nicht nötig. Außer einer strikten Beachtung von Hygienevorschriften, besonders in den Epidemiegebieten, sind kein Vorbeugemaßnahmen möglich, da es gegen diese Erkrankung derzeit keinen Impfstoff gibt.

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