Gangbetten: Volksanwaltschaft nimmt KAV unter die Lupe

Die Unterbringung von Patien auf dem Gang ruft den Volksanwalt auf den Plan.
Die Unterbringung von Patien auf dem Gang ruft den Volksanwalt auf den Plan. - © APA (Symbolbild)
Wegen der Unterbringung von Patienten in Spitälern des Wiener Krankenanstaltenverbundes am Gang hat die Volksanwaltschaft ein Prüfverfahren eingeleitet. Volksanwalt Günther Kräuter spricht von einer “unerträglichen Situation”.

Die Volksanwaltschaft hat wegen der Unterbringung von Patienten in Spitälern des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) am Gang ein Prüfverfahren eingeleitet. Volksanwalt Günther Kräuter vermutet, dass neben der hohen Kapazitätsauslastung aufgrund der Grippewelle auch strukturelle Probleme die “unerträgliche Situation” verursachen.

Die Volksanwaltschaft untersucht Anzahl und Belegsdauer von Gangbetten, Ziel sind nachhaltige Reformmaßnahmen. “Keinesfalls ist akzeptabel, dass in Österreich die Unterbringung von kranken Menschen in Gangbetten als Normalität betrachtet wird”, erklärte Kräuter am Sonntag in einer Aussendung.

“Sollten reguläre Betten und Krankenzimmer aus Personalmangel nicht belegt werden und gleichzeitig kranke Menschen unter unzumutbaren Bedingungen auf Gängen untergebracht werden, handelt es sich um ein eklatantes Systemversagen”, hielt der Volksanwalt fest.

Gangbetten: Wilhelminenspital im Fokus

Zuletzt war besonders die 2. Medizinische Abteilung des Wilhelminenspitals nach Berichten kritisiert worden, dass dort Betten in Zimmern nicht belegt wurden, da sie als gesperrt galten. KAV-Generaldirektor Udo Janßen hatte dies in einem APA-Interview als nicht akzeptabel bezeichnet und das Spital angewiesen, die Zimmer zu belegen.

Zugleich hatte Janßen Gangbetten mit dem Hinweis auf die aktuell angespannte Situation verteidigt – wegen der Grippewelle seien Stationen in Isolierstationen umgewandelt worden. Grundsätzlich merkte der KAV-Chef an, dass es in jedem Land in Zentraleuropa Gangbetten gebe, da Spitäler nicht immer auf den maximal zu erwartenden Versorgungsbedarf ausgerichtet seien.

(APA, Red.)

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