Fusion Illwerke und VKW: Kleinaktionäre können bis 31. Oktober wählen

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Aufsichtsratsvorsitzender Ludwig Summer und Unternehmensleiter Christof Germann nehmen im Gespräch mit VOL.AT Stellung, wie es nach der Fusion der Illwerke und der VKW weitergeht.

Der Aufsichtsrat der Illwerke/VKW hat die Fusion der Illwerke und der VKW genehmigt – der Vorschlag des Vorstandes wurde einstimmig gebilligt. Ludwig Summer spricht im Interview mit VOL.AT von einem “notwendigen Schritt”. Christof Germann, Unternehmensleiter der Vorarlberger Illwerke AG, sagt im Gespräch mit VOL.AT, die Fusion solle frühestens 2019 erfolgen. Beschlossen wurde bei der Sitzung am Donnerstag, dass den Kleinaktionären ein Angebot gemacht werden soll – diese könnten entweder zwischen einer Barabfindung oder einer weiteren Beteiligung an der Netzgesellschaft via Genossenschaft wählen.

Angebot an Kleinaktionäre

Illwerke und VKW stehen zwar seit 2001 unter gemeinsamer personeller und organisatorischer Führung, rein rechtlich handelt es sich aber noch um selbstständige Aktiengesellschaften. Das Vorhaben, eine neue Struktur zu bilden sei notwendig, um den Illwerke/VKW-Konzern fit für die Zukunft zu machen und um Kosten zu senken, betonte Germann nach Aufsichtsratssitzungen der beiden Unternehmen.

So habe der Illwerke/VKW-Konzern im Geschäftsjahr 2016 zwar durch ein internes Effizienzprogramm 16 Mio. Euro eingespart, die anhaltend niedrigen Marktpreise für Energie hätten aber Spuren in der Bilanz hinterlassen, so der Vorstand. Der Umsatz sank von 582 auf 543 Mio. Euro, das Ergebnis vor Steuern von 72 auf 50 Mio. Euro und der Jahresüberschuss von 53 auf 43 Mio. Euro. “Wir müssen uns darauf einstellen, dass sich das Preisniveau in den nächsten Jahren nicht ändert. Unser Kostenmanagement wird damit auch zukünftig von zentraler Bedeutung sein”, unterstrich Germann.

Voraussetzung für die Fusion ist, dass die Kleinaktionäre der VKW ihre Anteile abgeben. Zwar zog sich die VKW 2013 von der Börse zurück, derzeit sind laut Angaben von Germann gegenüber den “Vorarlberger Nachrichten” aber noch rund etwa 160.000 Aktien (1,8 Prozent des Bestands) in Streubesitz, vorwiegend in Händen von Gemeinden und Privaten. Diesen Kleinaktionären werde man ein faires finanzielles Angebot machen, sagte Germann am Donnerstag. Geboten werden sollen 96,60 Euro pro Aktie, über diesen Vorschlag wird die Hauptversammlung der VKW am 29. Juni abstimmen. Der Aufwand für das Unternehmen würde sich folglich auf rund 15,4 Mio. Euro belaufen.

Darüber hinaus bestehe für die jetzigen Kleinaktionäre die Möglichkeit, sich indirekt über Genossenschaften an der Vorarlberger Energienetze GmbH – dem größten VKW-Tochterunternehmen – zu beteiligen, so Germann. “Verbunden mit dem Angebot ist eine über zehn Jahre garantierte Dividende in Höhe von 3,5 Prozent und damit eine attraktive und sichere Verzinsung des eingesetzten Kapitals”, unterstrich der Vorstand, die Beziehung zu den Kleinaktionären pflegen zu wollen.

Keine Alternative für Kleinaktionäre

Bis Ende Oktober haben die Kleinaktionäre die Möglichkeit, sich für eine der beiden Möglichkeiten zu entscheiden. Eine Entscheidung müssen sie jedoch treffen, das Behalten der Aktien ist keine Option. Dabei handelt es sich um einen sogenannten “Squeeze out”. Demnach kann der Hauptgesellschafter, sofern er mindestens 90 Prozent der Aktien besitzt, die Anteile der übrigen Gesellschafter gegen eine angemessene Bar­Auszahlung übernehmen. Die Angemessenheit kann auch gerichtlich überprüft werden lassen, dessen Gutachten den Wert von 96,60 Euro bestätigte.

2.601 Gigawattstunden Strom

Die Kraftwerke der Illwerke erzeugten zusammen mit dem Walgauwerk im Vorjahr 2.601 Gigawattstunden (GWh) Strom (2015: 2.423 GWh). Die Stromlieferungen der VKW und der VKW-Ökostrom GmbH an die Kunden in den Märkten Vorarlberg und Westallgäu nahmen um 0,1 Prozent auf 2.722,7 Kilowattstunden (kWh) zu (2015: 2.720,6 Mio. kWh). An Kunden in anderen Regionen wurde mit 426,1 Mio. kWh um 65,7 Mio. kWh weniger Strom geliefert als im Vorjahr. Im Stromhandel setzte der Energieversorger im Berichtsjahr mit 1.375,2 Mio. kWh um 4,2 Prozent mehr ab als 2015 (1.320,1 Mio. kWh). “Der gesamte Stromumsatz der VKW als Stromlieferant belief sich auf 4.615,8 Mio. kWh, dies entspricht einer Zunahme von rund 0,2 Prozent”, sagte Helmut Mennel als zweites Vorstandsmitglied neben Germann. Im Erdgasbereich erhöhte sich der Absatz um 7,6 Prozent auf 1.724 Mio. kWh.

Baubeschluss Alvierbach gefasst

Wie Mennel ebenfalls berichtete, fasste der Aufsichtsrat den Baubeschluss für das Kleinwasserkraftwerk Alvierbach. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 8,2 Mio. Euro, das Kraftwerk wird jährlich 8,5 Mio. kWh Strom erzeugen – das entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 2.000 Haushalten.

(APA/Red.)

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Die Vorarlberger Illwerke AG ist ein österreichisches Energieunternehmen mit Sitz in Bregenz. Mehrheitseigentümer ist mit einem Aktienanteil von 95,5 % das Land Vorarlberg. Die Illwerke unterhalten im Montafon zehn Wasserkraftwerke, mit denen Spitzenlast-Energie für den nationalen und internationalen Strommarkt erzeugt wird. Wasser der Silvretta und umliegender Gebiete wird in einem weit verzweigten System aus Stollen, Rohren, Kanälen und Stauseen zu mehreren Speicherkraftwerken geleitet. Der dort erzeugte Strom wird in das europäische Stromverbundsystem eingespeist und großteils an die Energie Baden-Württemberg AG verkauft. Die sichtbarsten Komponenten des Wasserkraftsystems bilden die vier großen Stauseen: Um 1930 begannen die Illwerke den Bau des Vermuntstausees, später folgten noch der Silvrettastausee auf der Bielerhöhe (Fertigstellung 1951), der Lünersee (1959) und der Kopssee (1969). Bisher wurden verschieden Kraftwerke sowie kleinere Zwischenwerke erstellt: Vermuntwerk (1926 Baubeginn, 1930 Inbetriebnahme) Obervermuntwerk (1938 Baubeginn, 1943 provisorische Inbetriebnahme) Die Energiereserven (Wasserkraft) Österreichs waren für das Dritte Reich von großer Bedeutung. Die Machthaber trieben den Ausbau der Kraftwerke ab 1938, nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland, auch in Vorarlberg voran. Die Großbaustellen in der Silvretta beanspruchten eine beträchtliche Zahl an Arbeitern, so dass deutsche und heimische Baufirmen zusätzlich Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter auf den Baustellen beschäftigten. Silvretta-Stausee (1938 Baubeginn, 1943 erster Teilstau) Rodundwerk I mit Zwischenstufe Latschau (1938 Baubeginn, 1943–1952 stufenweise Inbetriebnahme) Latschauwerk (1938 Baubeginn, 1950 Inbetriebnahme) Lünerseewerk (1954 Baubeginn, 1958 Inbetriebnahme) Kopswerk I mit Rifawerk (1961 Baubeginn, 1969 Inbetriebnahme) Rodundwerk II (1976 Inbetriebnahme) Walgauwerk (1980 Baubeginn, 1985 Inbetriebnahme) Kopswerk II (2004 Baubeginn, 2009 Inbetriebnahme)
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