Bernd Kartnaller gibt "Start frei". - © VMH Wenn er denn immer dort lang flöge, wo der Pilot gern hin möchte. Aber Infrarotsteuerung erfordert Sichtkontakt. Sonst fällt das Spielzeug wie ein Kieselstein zur Erde. Was ihm aber nicht schadet.
„Unverwüstlich“
„Dieses Teil“, sagt Bernd Kartnaller, „ist praktisch unverwüstlich.“ Sonst fliegt er ja größere Helis. Einen Meter lang und mit Benzinmotor. Aber jetzt steht der Obmann des Modellbauclubs Brigantium im Chefbüro der Verfahrenstechnik bei Head. Er lässt den fliegenden Zwerg steigen, dass die Blätter einer Zimmerpflanze vorzeitig ihr Leben lassen. Und grinst. Er kann nicht anders. „Picooz“ erfreut das Kind im Manne. Der amerikanische Produzent Silverlit hat am Markt eine Punktlandung hingekriegt.
Bringt jeder in die Luft
„Kurz vor Weihnachten haben sie die Branche regelrecht überschwemmt.“ Seither geht das in einer Tour. Kaum liegen neue Mini-Helis am Lager, sind sie auch schon ausverkauft. Wo kriegt man auch sonst ein ferngesteuertes Flugmodell um 30 Euro? Vor allem eines, das wirklich jeder zum Abheben bringt. Die Probe aufs Exempel gefällig? Bitte schön.
Flugplatz Hohenems. Polizeipilot Jürgen Albrecht reibt sich die Augen. Was um alles in der Welt lugt da neckisch von der kleinen Hecktragfläche seines Diensthelikopters? „Wo hond dr denn des her?“
Aber da ist keine Zeit für lange Reden. Ab in den Einsatz, Herr Albrecht. Ungläubig nimmt er die Fernbedienung zur Hand. Drückt den Gashebel nach vorn. Und der Zwerg hebt ab, dass der echte Polizeihubschrauber im Hintergrund richtig alt aussieht.
Albrecht kriegt sich nicht mehr ein. „Ich war früher Kunstflugpilot“, ruft er und lässt den „Picooz“ bis unter die Hallendecke schweben. Dann dreht er ihm den Saft ab. Er fällt. Zack. Schon hat er ihn wieder. Zentimeter über Grund fängt sich der Minihubschrauber. Alles in Ordnung.
Ob er so was auch mit der großen Maschine wagen würde, möchte man irgendwie gar nicht wissen.
Als der Polizeipilot das Spielzeug wieder in die Verpackung geben soll, tut er das höchst widerwillig. Streicht noch einmal sanft über den kleinen Kunststoffkörper und seufzt. Aber es hilft nix. Resi Stolzlechner vom Lauteracher „Playland“ hat ihr Vorführmodell schon vermisst. 36 Stück sind zum Verkauf bestimmt bereits im Anflug. Die angehenden Indoorpiloten setzen schon mal Sonnenbrillen auf.
Technische Daten
Gewicht: 9 Gramm schwer
Rotordurchmesser: 135 mm
Akku: eingebauter LiPo Akku 1S (3.7 V)
Ladezeit: etwa 10 bis 15 Minuten
Flugdauer: etwa 5 bis 10 Minuten (je nach Motorenlast)
Trimmung: Ruderseitig
Fernsteuerung: Infrarot (Superwide)
Design: variabel – military/camouflage, Polizeihubschrauber usw.
Preis: 30 Euro
zuzüglich Batterien: 6 Batterien AA Mignon