Frankreich und England im Viertelfinale - Gastgeber Ukraine out

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Wayne Rooney mit dem 1:0 für England. Wayne Rooney mit dem 1:0 für England. - © AP
Frankreich und England komplettieren das Viertelfinale der Fußball-EM in Polen und der Ukraine. England bezwang am Dienstag die Ukraine dank eines Treffers von Wayne Rooney mit 1:0 (0:0) und qualifizierte sich damit als Sieger der Gruppe D für die k.o.-Phase.

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Frankreich musste sich Schweden mit 0:2 (0:0) geschlagen geben, schaffte aber dennoch den Aufstieg. Für die Ukraine ist die EM wie schon für den zweiten EM-Gastgeber Polen nach der Gruppenphase zu Ende.

Frankreich bekommt es nun im Viertelfinal-Schlager am Samstag (20.45 in Donezk) mit Spanien zu tun, England spielt am Sonntag (20.45 in Kiew) gegen Italien um den Einzug ins Halbfinale.

Das Viertelfinale startet am Donnerstag (20.45 in Warschau) mit der Partie Tschechien-Portugal, am Freitag (20.45 in Danzig) treffen Deutschland und Griechenland aufeinander.

Spielplan ab dem Viertelfinale

  • Donnerstag, 21. Juni (20.45 Uhr in Warschau): Tschechien - Portugal
  • Freitag, 22. Juni (20.45 in Danzig): Deutschland - Griechenland
  • Samstag, 23. Juni (20.45 in Donezk): Spanien - Frankreich
  • Sonntag, 24. Juni (20.45 in Kiew): England - Italien

Halbfinale

  • Mittwoch, 27. Juni (20.45 in Donezk): Sieger Tschechien/Portugal - Sieger Spanien/Frankreich
  • Donnerstag, 28. Juni (20.45 in Warschau): Sieger Deutschland/Griechenland - Sieger Italien/England

Finale

Sonntag, 1. Juli (20.45, Kiew)

England buchte Viertelfinal-Ticket mit 1:0 gegen Ukraine

England steht als Sieger der Gruppe D im Viertelfinale der Fußball-EM in Polen und der Ukraine. Die Engländer setzten sich am Dienstagabend in der Donbass-Arena von Donezk gegen Mitgastgeber Ukraine hauchdünn mit 1:0 (0:0) durch. Den entscheidenden Treffer erzielte ausgerechnet der nach seiner Sperre erstmals einsatzberechtigte Stürmerstar Wayne Rooney per Kopf (48.). Die Ukrainer waren großteils die bessere Mannschaft und hatten auch Pech, dass ein Treffer von Marko Devic (62.) wohl zu Unrecht nicht anerkannt wurde.

Die Engländer bekommen es nun am Sonntag in Kiew mit Italien, dem Zweiten der Gruppe C, zu tun. Mit der Ukraine (3) ist damit nach Polen auch der zweite Gastgeber wie auch vor vier Jahren Österreich und die Schweiz nach der Gruppenphase ausgeschieden. Vor Schweden (3) und hinter Frankreich (4) gab es aber immerhin Rang drei. Die Donbass-Arena ist damit weiterhin kein guter Boden für die Blochin-Truppe, ist sie dort nach fünf Partien doch immer noch sieglos.

Bei den Engländern rückte Rooney nach abgesessener Sperre erwartungsgemäß in die Mannschaft, für ihn musste mit Andy Carroll einer der Torschützen vom 3:2-Sieg gegen Schweden auf die Bank. Während die "Three Lions" also auf ihren Stürmerstar bauen konnten, fehlte dieser im Dress der Ukrainer. Der mit Knieproblemen kämpfende Andrij Schewtschenko hatte den Fitnesstest vor der Partie nicht bestanden und saß daher zu Beginn nur auf der Bank.

Da auch Andrij Woronin erstmals im Turnier nicht erste Wahl war, bildeten Devic und Artem Milewskij ein völlig neues Sturmduo. Auch sonst würfelte Teamchef Oleg Blochin seine Truppe personell ordentlich durcheinander. Im offensiven Mittelfeld bekam Denis Garmasch gegenüber Sergij Nasarenko den Vorzug, in der Innenverteidigung wurde Taras Michalik durch Jaroslaw Rakizki ersetzt.

Die neue Mischung machte ihre Sache aber sehr gut. Die Gastgeber dominierten das Spielgeschehen, hatten mehr Ballbesitz, waren viel bissiger und engagierter. Auf der anderen Seite offenbarten die Engländer immer wieder Schwächen in der Abwehr. Schüsse von Garmasch (7.) und Oleg Gusew (22.) gingen drüber, bei einem Abschluss des agilen Andrij Jarmolenko war England-Goalie Joe Hart auf dem Posten (30.).

Den Engländer merkte man an, dass ihnen ein Remis zum Weiterkommen reicht, sie machten kaum etwas fürs Spiel und wurden auch nur einmal gefährlich. Der am langen Eck alleine stehende Rooney setzte einen Kopfball nach Young-Idealflanke neben das Tor (28.).

Nach dem Seitenwechsel stellte die Truppe von Teamchef Roy Hodgson gleich einmal den Spielverlauf auf den Kopf. Eine Flanke von Steven Gerrard wurde von den Ukraine-Verteidigern Selin und Chatscheridi zweimal abgefälscht und Rooney musste am langen Eck nur mehr zum 1:0 einköpfeln (48.).

Spielbestimmend waren aber weiterhin die Gastgeber. Ein Milewskij-Kopfball vom Fünfer nach Jarmolenko-Flanke ging nur knapp drüber (61.). Eine Minute später gesellte sich zur mangelnden Effizienz auch noch Pech. Englands John Terry dürfte vor den Augen des Torrichters den Ball nach einem Devic-Abschluss hinter der Linie abgewehrt haben. Schiedsrichter Viktor Kassai ließ allerdings weiterspielen.

Für Devic war es die letzte gute Aktion, für die Schlussoffensive brachte Blochin den 35-jährigen Schewtschenko. Kurze Zeit später ließ sich Hart beinahe von einem Konopljanka-Hammer überraschen (73.). In der Nachspielzeit verfehlte Jarmolenko nur knapp das Tor (91.). Schewtschenko konnte dem Spiel keine entscheidende Wende geben, die Ukrainer mussten als bessere Mannschaft doch unverdient als Verlierer den Platz verlassen.

Bei den Engländern avancierte Ashley Cole, der in der 68. Minute eine der wenigen Chancen seiner Mannschaft ausgelassen hatte, mit seinem 21. Einsatz zum alleinigen Rekord-Turnierspieler. Der Chelsea-Spieler überholte damit Peter Shilton und David Beckham, die es auf jeweils 20 Partien bei einer EM oder WM brachten.

Frankreich glanzlos weiter - Ibrahimovic-Traumtor

Das als Mitfavorit gehandelte Frankreich hat sich glanzlos für das Viertelfinale der Fußball-EM in Polen und der Ukraine qualifiziert. Die enttäuschenden Franzosen mussten sich am Dienstag in Kiew zum Abschluss der Gruppe D den bereits ausgeschieden gewesenen Schweden 0:2 (0:0) geschlagen geben, schafften es aber als Zweiter hinter England in die K.o.-Phase.

Kiew. Dort trifft die Truppe von Teamchef Laurent Blanc nun am Samstag in Donezk auf Welt- und Europameister Spanien. Die Vorentscheidung vor 64.000 Zuschauern fiel durch ein Traumtor von Schwedens Superstar Zlatan Ibrahimovic in der 54. Minute. Sebastian Larsson machte dann in der Nachspielzeit mit dem 2:0 (91.) die Überraschung perfekt.

Frankreich-Coach Laurent Blanc nahm für die letzten 90 Minuten der Gruppenphase zwei Veränderungen in der Startformation vor. Hatem Ben Arfa sollte anstelle von Jeremy Menez auf der rechten Seite wirbeln, im Mittelfeld wurde Yohan Cabaye durch Yann M'Vila ersetzt.

Für Schweden ging es nur noch um einen EM-Abschied mit Anstand. Bei Österreichs kommendem WM-Qualifikations-Kontrahenten nahm Ola Toivonen für den verletzten Johan Elmander die Rolle der Sturmspitze ein, im Mittelfeld ersetzte Emir Bajrami Rasmus Elm.

Nicht nur die Fans der Skandinavier, die im Olympia-Stadion ganz klar den Ton angaben, hatten aber sichtlich noch Lust auf die EURO. Denn Schweden startete furios. Nach zwei gefährlichen Kopfbällen von Toivonen (3.) und Sebastian Larsson (4.) umkurvte Toivonen Frankreich-Goalie Hugo Lloris, traf aber aus spitzem Winkel nur die rechte Stange (10.).

Frankreich ging verhalten zu Werke und hatte abgesehen von kleineren Möglichkeiten durch Antreiber Franck Ribery (8., 45.) und Karim Benzema (18.) Mühe, der immer mehr unter der drückenden Hitze leidenden Partie den Stempel aufzudrücken.

Bei den Schweden war von Offensivstar Ibrahimovic lange nichts zu sehen. Das änderte sich aber in der 54. Minute eindrucksvoll. Nach Flanke von Larsson schoss der Stürmer des AC Milan den Ball aus zwölf Metern volley und wuchtig zum 1:0 ins linke Eck. Nach dem Traumtor von Ibrahimovic blieb Schweden am Drücker, Lloris musste gegen Christian Wilhelmsson (57.) und Olof Mellberg (58.) mit Glanzparaden retten.

Nach einer Stunde übernahm dann Frankreich das Kommando und belagerte den schwedischen Strafraum. Die besten Chancen auf den Ausgleich vergaben Samir Nasri (65.) sowie die eingewechselten Menez (82.) und Olivier Giroud (83.). Im Konter besorgten die Schweden den 2:0-Endstand, nach einem Lattenschuss von Pontus Wernbloom nagelte Larsson den Abstauber unter die Latte (91.). Der Aufstieg der Franzosen war aber nie ernsthaft in Gefahr, da im Parallelmatch England mit einem 1:0 gegen die Ukraine alles klar machte.

(APA)

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