Flüchtlinge – Van der Bellen für mehr Hilfe vor Ort

Akt.:
43Kommentare
Präsident Van der Bellen zur Zeit in Malta
Präsident Van der Bellen zur Zeit in Malta - © APA (Bundesheer)
Um den Migrationsdruck auf Europa zu lindern, hat sich Bundespräsident Alexander Van der Bellen für verstärkte Investitionen in Afrika ausgesprochen, um die Situation in den Herkunftsländern der Flüchtenden zu verbessern.

Gleichzeitig müsse man die Menschen besser informieren, was sie eigentlich erwartet, wenn sie diesen “extrem gefährlichen Weg auf sich nehmen”, so Van der Bellen am Freitag.

Gefährliche Reise – Betroffene sollen erzählen

“Das wäre ein Weg, mit dem wir kurzfristig sehr viel erreichen könnten und der nicht viel kostet”, erklärte Van der Bellen am Rande eines Präsidententreffens von 13 europäischen Staatsoberhäuptern in Malta. Man müsse nur die Menschen finden, die diese Nachricht glaubhaft verbreiten. “Wenn ich das sage, glaubt man mir nicht.” Deshalb müsse dies jemand machen, der die gefährliche Flucht selbst durchlebt hat.

Misshandelt, gefoltert und versklavt

Vor allem der Weg durch die Sahara endet für viele Menschen, die aus Subsahara-Afrika über Libyen nach Europa flüchten, tödlich. Im krisengeschüttelten Libyen werden Berichten von Menschenrechtsorganisationen zufolge Flüchtlinge systematisch misshandelt, gefoltert oder sogar versklavt. Nicht zuletzt sterben jedes Jahr mehrere Hundert Menschen auf der Fahrt über das Mittelmeer.

Zusammenarbeit mit lokalen Regierungen notwendig

Natürlich erübrige das nicht die anderen wirtschaftlichen Investitionen in Afrika, betonte Van der Bellen. “Wir müssen auch die Ursachen der Wanderung anschauen und nicht nur die Symptome.” Zu der immer wieder von verschiedenen Politikern geäußerten Forderung eines “Marshall-Plans für Afrika” hielt der Präsident fest, dass es sich, wenn, dann vielmehr um einen “Marshall-Plan mit Afrika” handeln müsse. Die Zusammenarbeit mit lokalen Regierungen sei absolut notwendig, so der Präsident in Anspielung auf “ownership”, also Eigenverantwortung und Nachhaltigkeit.

Investition in Bildung als dringlichstes Thema

Ähnlich äußerten sich der deutsche Präsident Frank-Walter Steinmeier und zahlreiche andere Amtskollegen wie beispielsweise die maltesische Gastgeberin Marie-Louise Coleiro Preca, bei der zweiten Arbeitssitzung des “Arraiolos”-Treffens am Freitag in Malta. Steinmeier erwähnte Investitionen in Bildung, vor allem in jene von Frauen, als eines der dringlichsten Themen. Grundsätzlich müsse sich die EU aber auch dessen bewusst sein, dass das Migrationsthema ein langfristiges sei, deshalb auch nach langfristigem Krisenmanagement verlange, erinnerte Steinmeier.

Appel an EU-Solidarität

Sowohl Van der Bellen als auch Steinmeier appellierten einmal mehr an alle EU-Staaten für verstärkte Solidarität. Vor allem Italien und Griechenland dürften mit dem Migrationsdruck nicht alleine gelassen werden. An dem Treffen der Arraiolos-Gruppe in Malta nahmen neben Gastgeberin Coleiro Preca, Van der Bellen und Steinmeier die Präsidenten aus Bulgarien, Kroatien, Estland, Griechenland, Italien, Ungarn, Lettland, Polen und Portugal teil. Der slowenische Präsident Borut Pahor war am ersten Sitzungstag am Donnerstag anwesend.

(APA)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


Aktuelle News

- Villa Freudeck: Initiative erh... +++ - Nach Juwelier-Einbruch in Vora... +++ - Vorarlberg: Motor eines Sattel... +++ - Ereignisreiche Tage für die Po... +++ - "SPÖ im Regulierungswahn": Das... +++ - Vorarlberg: MPreis kommt nach ... +++ - Forscher der FH Vorarlberg ent... +++ - Vorarlberg: Aktion "Sicher unt... +++ - Nach Bluttat in Hohenems: Deba... +++ - "Tradition wird belebt" +++ - Vorarlberg: Familien bei Regie... +++ - Vorarlberg: "Es wird alles Mög... +++ - Vorarlberg: Kraftort "Kirchle"... +++ - Heroin aus dem Darknet nach Vo... +++ - Neues Direktorium für die Wirt... +++
43Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel
Jetzt meistgelesen auf VOL.AT
Werbung