Feuer im Elternhaus in NÖ gelegt: 47-Jähriger verurteilt

Wegen Brandstiftung ist am Montag ein 47-Jähriger am Landesgericht Korneuburg schuldig gesprochen und rechtskräftig zu 18 Monaten Freiheitsstrafe, davon ein Jahr bedingt, verurteilt worden. Er hatte beim Prozessauftakt im August einen Streit mit seiner Mutter zugegeben, aber bis zuletzt bestritten, danach auf dem Dachboden der Garage seines Elternhauses ein Feuer entfacht zu haben.

Außerdem wird dem Mann Bewährungshilfe zur Seite gestellt, und er muss der Versicherung den Schaden im Ausmaß von rund 28.000 Euro ersetzen. Vom Vorwurf der gefährlichen Drohung gab es einen Freispruch.

Am zweiten Verhandlungstag wurden die ehemaligen Nachbarn befragt – das Ehepaar hat inzwischen, nicht zuletzt aufgrund der wachsend schwierigen Situation und Eskalation im April, sein Haus aufgegeben und ist aus dem kleinen Weinviertler Ort weggezogen. Die Frau schilderte die zunehmende Aggressivität des Mannes und diverse Vorfälle – vom offenbar mutwilligen mehrmaligen Auslösen der Alarmanlage ihres Autos bis zu Beschmutzungen der Natursteine im Garten. Der 47-Jährige habe Stimmen gehört und mit ihnen geredet, dabei vom Umbringen, aber auch von Selbstmord gesprochen – wie auch an jenem Morgen im April auf der Straße. Dann sei er ins Haus zurück und verließ es umgekleidet wieder. Aus Sorge, weil er mit Suizid gedroht hatte, wollten die Nachbarn sogar die Polizei verständigen – da brannte es auch schon nebenan, Rauch zog sich durch die ganze Straße.

Via Videokonferenz wurde die Mutter des Angeklagten befragt. Die betagte Dame, Jahrgang 1933, befand sich nach einem Herzinfarkt auf Reha. Sie gab an, dass der 47-Jährige “immer geschimpft” und alle als “deppert” bezeichnet habe. An jenem Morgen hatte es eine Auseinandersetzung um Geld gegeben. Ihr Sohn habe gesagt, es werde noch was passieren, er werde sich umbringen. Im August hatte der Beschuldigte zum Streitgrund erklärt, seine Mutter würde seine Pension verwalten und ihm lediglich Taschengeld geben.

“Gesagt hab’ ich, dass noch was passiert, aber gemacht hab’ ich’s nicht”, blieb der Mann am Montag dabei, kein Holz am Dachboden aufgeschlichtet und angezündet zu haben. Eigentlich habe er sich ja aufhängen wollen, hatte er im August gesagt. Dann sei er aber spazieren gegangen. Als er zurückkehrte, war der Brand bereits gelöscht – und er wurde festgenommen. Es müsse ihm jemand etwas zu Fleiß gemacht haben, meinte er am Montag auf den Vorhalt des Staatsanwalts, wer denn sonst in die zugesperrte Garage eingedrungen sein soll, um Feuer zu legen.

“Es gibt keine andere Erklärung für den Brand”, hielt auch der Richter in seiner Urteilsbegründung fest, dass der Schöffensenat von Brandstiftung überzeugt war. Ein Atemschutztrupp habe die versperrte Tür mit einer Axt öffnen müssen, Flammen loderten aus dem Dach des Zubaues, nur das rasche Eingreifen der Feuerwehr verhinderte größeren Schaden. Im psychiatrischen Gutachten wurde dem intellektuell Minderbegabten Zurechnungsfähigkeit attestiert, Voraussetzungen für eine Einweisung seien nicht gegeben.

(APA)

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