Festival “Der Neue Heimatfilm” ringt um neues Denken

Das oberösterreichische Festival “Der Neue Heimatfilm” rund um Freistadt im Mühlviertel versucht den Begriff “Heimat” immer wieder neu zu denken – heuer zum dreißigsten Mal. Zur Interpretation werden rund 60 Filme aus 17 verschiedenen Ländern von 23. bis 27. August gezeigt, kündigte Organisator Wolfgang Steininger bei der Programm-Vorstellung am Donnerstag in Linz an.

In einem Rückblick verwies er darauf, dass im Katalog der ersten Festivalausgabe 1988 vermutet wurde, dass “Heimatfilm” und auch der “Neue” nicht so einfach definierbar seien. Das könne für heuer wiederholt werden. Vor 30 Jahren habe es noch den Eisernen Vorhang gegeben, aber keine Migrationsströme. Damals hätte man sich im “Ländlichen” oder “Provinziellen” gerne wohlgefühlt, es sei nur nicht ganz so gewesen. Deshalb das Festival. “Inzwischen ist über das Verstaubte der Wind drübergefahren, aber dafür sind die Zentren provinzieller geworden – siehe politische Großwetterlage und Zug zur Ausländerfeindlichkeit”, diagnostizierte Steiniger die Veränderung.

Das diesjährige Programm zeigt mehrere Produktionen zum Thema der nicht unbedingt freiwilligen Auseinandersetzung einer jungen Generation mit der Situation ihrer (ehemaligen) Heimat. Es geht ebenso um das Überleben am Land wie um das Finden einer Verbindung zur ehemaligen Heimat. Zum Beispiel “Haus ohne Dach” (Regie Soleen Yusef): Drei in Kurdistan geborene, in Stuttgart aufgewachsene Geschwister sollen den letzten Willen ihrer Mutter erfüllen, im Nordirak neben dem im Krieg gefallenen Vater begraben zu werden. Oder der Streifen “Monte” des iranischen Regie-Altmeisters Amir Naderi aus dem Spielfilm-Wettbewerb sowie dem Südtirol-Schwerpunkt: Der Familienvater Agostino nimmt den Kampf gegen einen hohen Berg auf, der verhindert, dass jemals Sonnenstrahlen in sein Dorf fallen.

Positive Impulse zum Heimatbegriff trägt der Eröffnungsfilm “Von Bananenbäumen träumen” bei, in dem die Bewohner eines kleinen Dorfes in Norddeutschland ein außergewöhnliches Geschäftsmodell erproben, um ihren Ort vor dem Niedergang zu bewahren. Fortgesetzt wird die vergangenes Jahr begonnene Reihe, die verschiedene Filmberufe vorstellt. Eine Werkschau mit vier Filmen ist dem in Freistadt geborenen Sounddesigner Bernhard Bamberger gewidmet.

(APA)

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