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Poeten kämpften um ÖM-Startplatz

In der Vorrunde und im Finale mit maximaler Punktezahl: Stefan Abermann.
In der Vorrunde und im Finale mit maximaler Punktezahl: Stefan Abermann. ©Emir T. Uysal
Tirol-Vorarlberg-Meisterschaft zeigte auserwählte Poetry-Slam-Künstler.
1. TV-Poetry-Slam in der Poolbar (2017)

Feldkirch. (etu) Die Poolbar feierte zum Auftaktwochenende eine wichtige Premiere für Literaturbegeisterte. Zum ersten Mal fand die Tirol-Vorarlberg-Poetry-Slam-Meisterschaft statt. Die zehn besten Slammer aus Tirol, Südtirol und Vorarlberg (gesandt von den Slam-Plattformen) traten vergangenen Sonntag gegeneinander an und ermittelten ihren Meister. Dieses Mal kämpften die Poeten nicht nur um Ruhm und Ehre, sondern um einen Startplatz bei der österreichischen Poetry-Slam-Meisterschaft sowie der international-deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaft.

Staunendes Publikum
Nach einer kurzen Erklärung für Poetry-Slam-Neulinge durch die Moderatoren Doris Mitterbacher (Mieze Medusa) und Markus Köhle eröffnete „Opferlamm“ Leonard Dravoj das literarische Event mit einem Text über den Wunsch nach einer perfekten Kopie von sich selbst. Seine Punkte (35) galten fortan als Eichwertung für weitere Künstler.
Bastian Vogel überzeugte auf ganzer Linie mit einer Geschichte für den „Man after midnight“ über pubertierende Mädchen und deren (doch nicht so) peinliche Väter. Ania Vierer aus Südtirol schaffte mit einem witzigen Beitrag, den Vorarlberger Dialekt mit charmantem italienischem Akzent zu sezieren. J-Man (Michael-Johannes Weigel) „muss“ deutscher werden. Dafür arbeitet er an seinem germanischen Auftreten und zog Rechtspopulisten durch den Kakao. Dario Sieber verarbeitete seine Frauenfeld-Eindrücke auf der Slambühne. „Auf einem Festival ist der einzige Ort, wo man als ‚Lappen‘ beschimpft wird, wenn man um 6 Uhr morgens einen Radler trinkt“, so Sieber. Geballte Frauenpower bei Sara Bonetti. Ihre Tchibo-Parodien sind in Vorarlberg mittlerweile bekannt. Dennoch hatte sie neue Übertreibungen auf Lager, die für Lacher sorgten.

Die ersten 40 Punkte
Dann kam Stefan Abermann … Als Tiroler Bergguide erklärte er den „Circle of Greatness“ in einem perfekten „Denglisch“. Letztlich bot er das Duzen an: „I’m your friend, you can say ‚you‘ to me“ – die ersten 40 Punkte des Abends! Mit einer Welle, wie man sie sonst nur aus dem Fußballstadion kennt, zollte das Publikum dem Künstler Anerkennung.
Silke Gruber aus Hall trachtet nach ihrer Jugendliebe „Mr. Sport“ – das endet in einem Blutbad. Ivica Mijajlovic war sichtlich nervös in der ausverkauften Poolbar. Mit einigen textlichen Hoppalas ging er dem rechtspopulistischen „Übel“ auf den Grund: Im „Darknet“ suchte er sich einen Auftragskiller, den er mit Crowdfunding finanzierte. Toni (Anton Pöll) betitelte seinen Auftritt als Seminar – ein Parade-Arschloch werden. Unhöflich, flegelhaft und beleidigend sahnte er 30 Punkte ab. Den Abschluss der Poesieschlacht bildete Kuriosi Famosi (Mario Amann) als einziger Kandidat mit tiefsinnigerem Text. „Das tägliche Leid anderer stört uns nicht mehr. Wir schauen weg und vergessen – ein Reflex unseres Gehirns.“

Spannendes Finale
Ins Finale zogen Bonetti, Sieber, Vogel und Abermann. Letzterer brachte das Publikum in kollektive Euphorie: Der Mensch brauche Feindbilder – so auch im Straßenverkehr – dort sind es die alten Autofahrer. „Diese Mimik, die dem Wort Bremsweg plötzlich ein Gesicht verleiht und gleichzeitig die großen Fragen des Lebens formuliert: Wo komm ich her, wo geh ich hin, wo ist nochmal das Bremspedal und wer hat die Kupplung versteckt?“ Maximale Punktezahl von allen Jurymitgliedern und anschließende Sektdusche bei der Siegerehrung.

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