Die leitende Archäologin Ulrike Mayr zeigt ergrabenen Fundstücke - © Manfred Bauer
In kooperativer Abstimmung mit dem Bauherrn führt die Landesarchäologie Liechtenstein noch bis Anfang August Grabungen durch. Bereits vor knapp 20 Jahren wurden bei Böschungsarbeiten an dieser Stelle zwei Bestattungen gefunden. „Jetzt konnten wir weitere fünf Bestattungen freilegen, die aller Wahrscheinlichkeit nach aus der Zeit um 800 n.Chr. stammen. Weiters fanden wir Überreste von Strukturen, die in die mittlere bis späte Bronzezeit (1600 bis 1200 v.Chr.) zu datieren ist. Beweise dafür sind Knochen- und Keramikfunde, die aus diesem Zeitalter stammen“, berichtet Ulrike Mayr die Grabungsleiterin der Liechtensteiner Landesarchäologie.
Historischer Ortskern
Bei der Grabung in den beiden Zelten wurden auch zahlreiche spätmittelalterliche und neuzeitliche Funde gemacht. Nordöstlich des bestehenden Ökonomiebaus kamen mehrere ältere Mauern zum Vorschein. Sie dürften zu Gebäuden gehören, die im ausgehenden Mittelalter errichtet worden sind, ähnlich wie jene die sich in unmittelbarer Nähe des Objektes befinden. Eines davon fiel vermutlich einem Feuer zum Opfer. Beweise dafür sind neben verkohltem Holz unter anderem auch der Fund einer gut erhaltene Silbermünze der Stadt St. Gallen aus der Zeit um 1500 n. Chr. Die ersten Ergebnisse der Notgrabung dürften nach den verschiedensten Untersuchungen (anthropologisch, C 14, usw.) im kommenden Jahr vorliegen.
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