Die Liebe zu Kindern haben sie alle gemeinsam: die frischgebackenen Tagesmütter und der Tagesvater, die gestern im Siechenhaus Bregenz ihre Zertifikate entgegennehmen konnten. In einer zweijährigen berufsbegleitenden Ausbildung haben sie sich das nötige Rüstzeug geholt, um ihren besonderen Beruf mit „Herz und Hirn“ ausüben zu können.
Die Nachfrage nach Tagesmüttern ist in den vergangenen Jahren in Vorarlberg deutlich gestiegen. Derzeit betreuen insgesamt 140 Tagesmütter 440 Kinder im Alter zwischen drei Monaten und 14 Jahren. „Das liegt einerseits daran, dass die Nachfrage nach Kleinkinderbetreuung in Vorarlberg insgesamt gestiegen ist. Zum anderen aber auch daran, dass unsere Tagesmütter den Kindern neben der professionellen Betreuung auch die Geborgenheit eines familiären Umfelds geben“, sagte Mag. Angelika Hagspiel von den Vorarlberger Tagesmüttern bei der Zertifikatsverleihung im Siechenhaus in Bregenz.
„Bei einer Tagesmutter werden die Kleinen mit nur wenigen anderen Kindern betreut. Es bleibt damit genug Zeit für jedes einzelne Kind. Gleichzeitig sind die Buben und Mädchen Teil eines normalen Tagesablaufs in einer Familie. Das ist vor allem für die kleinen Kinder ein großer Vorteil“, ist Hagspiel überzeugt.
Große Wertschätzung für die Arbeit der Tagesmütter brachte auch der Bürgermeister von Zwischenwasser Josef Mathis zum Ausdruck. Er überreichte den 24 Absolventen gemeinsam mit Angelika Hagspiel die Zeugnisse: „Die Arbeit der Tagesmütter ist in den Gemeinden enorm wichtig geworden. Kinderbetreuung ist eine Frage des Vertrauens. Das hohe Niveau der Ausbildung zur Tagesmutter stärkt dieses Vertrauen und gewährleistet die Qualität in der Betreuung. Eltern können sich darauf verlassen, dass ihre Kinder bei einer Tagesmutter professionell betreut werden.“
Praxisnahme und fundierte Ausbildung
Insgesamt schließen in diesem Jahr 23 Tagesmütter und ein Tagesvater ihre Ausbildung ab. Acht davon werden im Bezirk Bregenz, je drei im Bezirk Dornbirn und Bludenz und zehn im Bezirk Feldkirch als Tagesmutter bzw. Tagesvater arbeiten. Um dieses Ziel zu erreichen, haben sie zwei Jahre lang berufsbegleitend die Schulbank gedrückt.
In den ersten drei Semestern standen dabei Themen wie Kommunikation, Konfliktlösung, Familiendynamik, pädagogische Grundlagen, die Entwicklung und Förderung von Kindern, Gesundheit und Jugendwohlfahrt auf dem Lehrplan. Das vierte Semester schließen die angehenden Tagesmütter mit einer schriftlichen Arbeit zu einem selbstgewählten Thema mit Praxisbezug ab. Eine dieser Arbeiten zum Thema „Alte Kinderspiele neu entdeckt“ präsentierten die beiden frischgebackenen Tagesmütter Manuela King und Anita Bonegger im Rahmen der Zertifikatsverleihung ihren Kollegen und den geladenen Gästen im Siechenhaus.
Mit dem Zeugnis schließlich sind die Absolventen berechtigt, den Beruf der Tagesmutter bzw. des Tagesvaters in Vorarlberg auszuüben. Aber auch dann geht die Ausbildung weiter. Die Vorarlberger Tagesmütter gGmbH. bietet laufend Weiterbildungen zu den verschiedensten Themen an. Auch für einen Erfahrungsaustausch unter den Tagesmüttern wird gesorgt. „Bei sämtlichen Fragen zu Erziehung oder Organisation steht der Verein Tagesbetreuung den Tagesmüttern im Alltag beratend zur Seite“, bekräftigte Geschäftsführerin Angelika Hagspiel.
Frauen und Männer, die sich für den Beruf der Tagesmutter beziehungsweise des Tagesvaters interessieren, können sich beim Verein Tagesbetreuung informieren und erste praktische Erfahrungen sammeln. Der nächste Lehrgang startet im Jänner 2013. Informationen gibt es unter www.verein-tagesbetreuung.at oder telefonisch unter 05522/71840.
Quelle: pzwei
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